Benutzerhandbuch

Wardley Map Builder

Strategische Landkarten erstellen, analysieren und exportieren
Version1.0 · Juli 2026
PlattformBrowser (kein Login, offline-fähig)
DatenhaltunglocalStorage — keine Serverübertragung
ExportJSON · SVG · PNG
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Was ist Wardley Mapping?

Wardley Mapping ist eine strategische Analysemethode, die Simon Wardley in den 2000er Jahren entwickelt hat. Eine Wardley Map visualisiert die Wertschöpfungskette einer Organisation als zweidimensionale Karte: Was braucht der Nutzer, und wie reif sind die Komponenten, die diesen Bedarf erfüllen?

Das Ergebnis ist eine strategische Landkarte, die zeigt, wo eine Organisation heute steht, wohin sich Technologien und Praktiken entwickeln — und welche Investitionen, Partnerschaften oder Eigenbau-Entscheidungen sich daraus ableiten.

Die zwei Achsen

Sichtbar Unsichtbar SICHTBARKEIT Genesis Custom Product Commodity EVOLUTION → Kundenbedarf Capability Practice External
Kernfrage einer Wardley Map: Was braucht mein Nutzer wirklich — und welche der dafür nötigen Komponenten sollte ich selbst bauen, kaufen oder auslagern?
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Benutzeroberfläche

Header

Toolbar

Die Toolbar enthält die vier Interaktionsmodi (Details in Abschnitt 4) und den Typ-Selektor für neue Komponenten. Der aktive Modus ist gold hinterlegt.

Canvas (Kartenbereich)

Der SVG-Canvas füllt den verbleibenden Bereich. Er zeigt die vier Evolutionsspalten, Achsenbeschriftungen und alle Komponenten mit ihren Verbindungen. Das Canvas ist vollständig responsiv und skaliert mit dem Browserfenster.

Komponenten-Popup

Beim Auswählen einer Komponente öffnet sich ein Popup in der Nähe der Komponente. Es enthält Namensfeld, Typ-Selektor, Inertia/Evolve-Schalter und die Löschen-Schaltfläche. Das Popup schließt mit Esc oder durch Klick auf den Canvas-Hintergrund.

Strategische Notizleiste

Unterhalb des Canvas befindet sich eine ausklappbare Notizleiste für die strategische Kernaussage der Map.

Empfohlener Inhalt: Strategische Kernaussage (2–3 Sätze), Hypothesen über zukünftige Evolution, Investitions- oder Build-vs-Buy-Implikationen — alles, was die Karte interpretiert und nicht nur beschreibt.
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Komponenten-Typen

Jede Komponente gehört einem von fünf Typen an. Der Typ wird über das Komponenten-Popup oder den Typ-Selektor in der Toolbar gesetzt.

Typ Darstellung Typische Verwendung
User Need Goldener Kreis (groß) Kundenbedürfnisse, Nutzeranforderungen — steht immer oben in der Wertschöpfungskette
Capability Weißer Kreis Interne Fähigkeiten, Prozesse, Teams — das eigentliche Kerngeschäft
Practice Türkiser Kreis Methoden, Vorgehensweisen, Arbeitsweisen (z. B. Agile, DevOps, OEE-Monitoring)
Data Grüner Kreis Datenquellen, Datenassets, Informationsflüsse (z. B. Maschinendaten, ERP-Daten)
External Grauer gestrichelter Kreis Externe Dienste, SaaS, Plattformen, Infrastruktur-Utilities (z. B. Cloud, ERP-System)
Positionierungsregel: User Needs stehen grundsätzlich oben (hohe Sichtbarkeit). External-Komponenten stehen oft unten (niedrige Sichtbarkeit) und weit rechts (Commodity), da sie standardisierte Dienste repräsentieren.
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Interaktionsmodi

Die vier Modi werden über die Toolbar-Schaltflächen oder Tastaturkürzel gewechselt. Der aktive Modus bestimmt, was ein Klick auf den Canvas oder eine Komponente bewirkt.

S · Auswählen

Auswählen & Verschieben

Klick auf Komponente → Popup öffnet sich. Komponente durch Ziehen verschieben. Klick auf leeren Canvas → Auswahl aufheben.

A · Hinzufügen

Komponente platzieren

Klick auf eine beliebige Stelle im Canvas → neue Komponente wird dort platziert. Typ richtet sich nach dem aktiven Typ-Selektor in der Toolbar.

L · Verbinden

Abhängigkeit zeichnen

Erste Komponente anklicken (türkiser Ring = Quelle). Zweite Komponente anklicken → Pfeil wird gezogen. Doppelte Verbindung wird verhindert.

D · Löschen

Löschen

Klick auf Komponente → Komponente und alle anliegenden Verbindungen werden gelöscht. Klick auf Verbindungslinie → nur diese Verbindung wird gelöscht.

Verbinden — Schritt für Schritt: Modus L wählen → Quell-Komponente klicken (türkise Hervorhebung + Toast-Hinweis) → Ziel-Komponente klicken. Der gestrichelte Gummiband-Pfeil zeigt die geplante Verbindung während des Zeigens an.
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Inertia & Evolution

Diese beiden Optionen erweitern jede Komponente um strategische Zusatzinformationen. Sie werden im Komponenten-Popup über die Schalter ⊠ Inertia und → Evolve aktiviert.

Altsystem

⊠ Inertia

Ein gefülltes Dreieck rechts neben der Komponente signalisiert Widerstand gegen Evolution — z. B. durch hohe Migrationskosten, Abhängigkeiten oder politische Widerstände. Die Komponente ist evolutionsfähig, bewegt sich aber nicht von allein.

Monitoring

→ Evolve

Ein goldener gestrichelter Pfeil zeigt, wohin sich die Komponente entwickeln soll. Der runde Pfeilkopf ist ziehbar — verschiebe ihn horizontal, um das Evolutionsziel anzupassen. Nützlich, um geplante Investitionen oder strategische Richtungsentscheidungen zu visualisieren.

Kombination: Inertia + Evolve an derselben Komponente bedeutet: „Wir wollen dieses Element weiterentwickeln, aber es gibt erhebliche Hürden." Das ist eine klassische Situation bei Legacy-Systemen mit strategischem Ablösungsplan.
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Map-Verwaltung

Der Builder speichert alle Maps lokal im Browser (localStorage). Es gibt keine Serververbindung — die Daten verlassen das Gerät nur beim manuellen JSON-Export.

Neue Map erstellen

Schaltfläche + Neue Map im Header klicken → Namen eingeben → Enter oder „Erstellen". Die neue Map ist sofort aktiv.

Zwischen Maps wechseln

Das Dropdown im Header listet alle gespeicherten Maps. Auswahl wechselt sofort zur entsprechenden Map. Der letzte Stand wird automatisch gespeichert.

Map umbenennen oder löschen

Schaltfläche 📋 Maps klicken → Map-Liste öffnet sich. ✏️ umbenennen, 🗑 löscht (mit Bestätigung). Die letzte Map kann nicht gelöscht werden.

Canvas leeren

Schaltfläche 🗑 Leeren in der Toolbar entfernt alle Komponenten und Verbindungen der aktiven Map nach Bestätigung. Die Map selbst bleibt bestehen.

Hinweis: localStorage ist browserspezifisch. Ein Wechsel des Browsers oder Gerätewechsel löscht die gespeicherten Maps. Für dauerhaftes Sichern regelmäßig JSON exportieren.
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Export & Import

Schaltfläche ↓ Export öffnet den Export-Dialog mit drei Optionen:

FormatInhaltVerwendung
JSON Vollständige Map-Daten (Komponenten, Links, Name) Sicherung, Weitergabe, Re-Import in den Builder
SVG Vektorgrafik des aktuellen Canvas-Zustands Einbettung in Präsentationen, skalierbar ohne Qualitätsverlust
PNG Rasterbild in 2× Auflösung (2000 × 1360 px) Direkte Verwendung in Word, PowerPoint, E-Mails

JSON importieren

Schaltfläche ↑ Import im Header → Datei auswählen. Die importierte Map wird als neue Map angelegt (neue ID) und sofort aktiviert. Bestehende Maps werden nicht überschrieben.

Struktur einer JSON-Datei

FeldTypBeschreibung
namestringAnzeigename der Map
notesstringStrategische Kernaussage / Notizen — wird in die Notizleiste geladen (optional, kann leer sein)
componentsarrayListe aller Komponenten (siehe unten)
linksarrayListe aller Verbindungen (fromto)
Felder pro Komponente
idstringEindeutiger Bezeichner (beliebig, z. B. "c01")
namestringAnzeigename auf der Karte
x0.0 – 1.0Position auf der Evolutionsachse (0 = Genesis, 1 = Commodity)
y0.0 – 1.0Sichtbarkeit (0 = unsichtbar/unten, 1 = sichtbar/oben)
typestringuser · capability · practice · data · external
inertiabooleanInertia-Dreieck anzeigen
evolvebooleanEvolutions-Pfeil anzeigen
evolveX0.0 – 1.0Zielposition des Evolutions-Pfeils auf der X-Achse
Beispieldatensätze: Drei importierbare JSON-Dateien stehen zur Verfügung — alle enthalten ein befülltes notes-Feld:
  • wardley_example.json — Digitale Transformation Fertigung & IIoT (20 Komponenten, alle Typen)
  • teashop_wardley.json — Tea Shop, klassisches Lehrbeispiel (8 Komponenten)
  • onlinephoto_wardley.json — Online Photo Sharing mit Cloud-Evolution (8 Komponenten)
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Tastaturkürzel

S Modus: Auswählen & Verschieben
A Modus: Komponente hinzufügen
L Modus: Abhängigkeit zeichnen (Link)
D Modus: Löschen
Esc Auswahl aufheben · Popup schließen · Link-Modus zurücksetzen
N Strategische Notizleiste auf-/zuklappen
Del / Backspace Ausgewählte Komponente löschen (wenn Popup aktiv und kein Textfeld fokussiert)
Enter Popup schließen (wenn Namensfeld fokussiert)
Tipp: Shortcuts sind nur aktiv, wenn kein Textfeld (Namenseingabe, Dialog) fokussiert ist. Im Namensfeld tippt man normal — Del löscht dann Buchstaben, keine Komponenten.
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Wardley Map — Grundprinzipien

Evolutionsstufen verstehen

StufeMerkmaleTypische Entscheidung
Genesis Neu, einmalig, experimentell, kaum verstanden Selbst erforschen, Startup-Mindset, hohe Unsicherheit einplanen
Custom Wachsendes Verständnis, individuelle Lösungen, teuer Selbst bauen oder auf Spezialanbieter setzen
Product Markt mit mehreren Anbietern, Produktvergleiche möglich Kaufen — Make-or-Buy-Entscheidung auf Basis von Kosten/Differenzierung
Commodity Standardisiert, günstig, austauschbar, wie Strom Auslagern — kein Wettbewerbsvorteil durch Eigenentwicklung

Strategische Muster

Häufige Fehler

Einstieg: Beginne mit einem User Need oben links und frage für jede Komponente: „Was brauche ich, damit das funktioniert?" So entsteht die Wertschöpfungskette von selbst.
Stand: Juli 2026 · platvoet.org