Benutzerhandbuch

ESRS-Wesentlichkeits­analyse

Wertschöpfungskette kartieren und die doppelte Wesentlichkeit nach den European Sustainability Reporting Standards bestimmen.
RechtsgrundlageDelegierte Verordnung (EU) 2023/2772, berichtigt am 9.8.2024
ThemenlisteESRS 1 Anlage A AR 16 — 10 Themen, 37 Unterthemen
DatenhaltungAusschließlich im Browser — kein Server
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User manual

ESRS Materiality Assessment

Map the value chain and determine double materiality under the European Sustainability Reporting Standards.
Legal basisDelegated Regulation (EU) 2023/2772, corrected 9 Aug 2024
Topic listESRS 1 Appendix A AR 16 — 10 topics, 37 sub-topics
Data handlingBrowser only — no server
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Doppelte WesentlichkeitDouble materiality

Ein Nachhaltigkeitsaspekt ist wesentlich, wenn er eine von zwei Schwellen überschreitet. Beide Richtungen sind gleichrangig zu prüfen — daher „doppelt".

Auswirkungsbezogene Wesentlichkeit

Das Unternehmen wirkt auf Mensch und Umwelt — positiv oder negativ, tatsächlich oder potenziell, über den eigenen Betrieb hinaus in der gesamten Wertschöpfungskette. Maßgeblich ist der Schweregrad, der sich aus Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit zusammensetzt. Bei potenziellen Auswirkungen kommt die Eintrittswahrscheinlichkeit hinzu.

Finanzielle Wesentlichkeit

Der Aspekt wirkt auf das Unternehmen zurück — als Risiko oder Chance, die Cashflow, Zugang zu Finanzierung oder Kapitalkosten kurz-, mittel- oder langfristig beeinflusst. Hier zählen Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit gemeinsam, weil Risiken und Chancen naturgemäß zukunftsgerichtet sind.

Warum beides? Ein Thema kann auswirkungsbezogen schwer wiegen, ohne dass es sich heute in der Bilanz zeigt — etwa Arbeitsbedingungen bei einem Vorlieferanten. Umgekehrt kann ein Thema finanziell drücken, ohne dass das Unternehmen selbst nennenswerte Auswirkungen verursacht — etwa Rohstoffpreisrisiken. Wer nur eine Richtung prüft, übersieht systematisch die halbe Berichtspflicht.

A sustainability matter is material if it crosses either of two thresholds. Both directions carry equal weight — hence “double”.

Impact materiality

The undertaking affects people and the environment — positively or negatively, actual or potential, beyond its own operations across the entire value chain. What counts is severity, composed of scale, scope and irremediable character. For potential impacts, likelihood is added.

Financial materiality

The matter feeds back into the undertaking — as a risk or opportunity affecting cash flows, access to finance or cost of capital over the short, medium or long term. Here magnitude and likelihood count together, because risks and opportunities are inherently forward-looking.

Why both? A matter can weigh heavily in impact terms without showing up in today’s accounts — working conditions at an upstream supplier, for instance. Conversely a matter can hurt financially without the undertaking causing notable impacts — commodity price risk, say. Checking only one direction systematically misses half the reporting duty.
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Ablauf in fünf SchrittenThe five steps

SchrittWas passiertErgebnis
1 UnternehmenskontextStammdaten, Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette in drei Stufen: vorgelagert, eigener Geschäftsbereich, nachgelagert.Liste der Akteure
2 ThemenJe Akteur festlegen, welche der 37 Unterthemen überhaupt in Betracht kommen.Akteur-Thema-Paare
3 BewertungJedes Paar auf vier Skalen bewerten, Art und Zeithorizont bestimmen, Begründung festhalten.Punktwerte je Paar
4 IRO-RegisterJe wesentlichem Unterthema die konkreten Auswirkungen, Risiken und Chancen ausarbeiten und den Managementansatz festhalten.Grundlage für SBM-3 und MDR
5 AuswertungAggregation je Unterthema, Betroffenheit je Standard, Matrix, SBM-3-Tabelle, Reifegrad und Export.Berichtsfähiges Ergebnis

Die Schritte bauen aufeinander auf: Ohne Akteure keine Zuordnung, ohne Zuordnung keine Bewertung. Rückwärts springen ist jederzeit möglich; wird ein Akteur gelöscht, verschwinden seine Zuordnungen und Bewertungen mit ihm.

StepWhat happensResult
1 Company contextMaster data, business model and the value chain in three stages: upstream, own operations, downstream.List of actors
2 TopicsFor each actor, decide which of the 37 sub-topics come into question at all.Actor–topic pairs
3 AssessmentScore each pair on four scales, set nature and time horizon, record the rationale.Scores per pair
4 IRO registerFor each material sub-topic, work out the concrete impacts, risks and opportunities and record the management approach.Basis for SBM-3 and MDR
5 ResultsAggregation per sub-topic, affectedness per standard, matrix, SBM-3 table, maturity and export.Reportable outcome

The steps build on each other: no actors, no mapping; no mapping, no assessment. You can jump back at any time; deleting an actor removes its mappings and assessments with it.

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Die amtliche ThemenlisteThe official topic list

Die Themen stammen wörtlich aus ESRS 1, Anlage A, Anwendungsanforderung 16 — der Liste der Nachhaltigkeitsaspekte, die in den themenbezogenen Standards behandelt werden. Sie ist dreistufig aufgebaut:

EbeneAnzahlRolle im Werkzeug
Thema10Gliederung (E1–E5, S1–S4, G1)
Unterthema37Bewertungsebene — hier wird zugeordnet und bewertet
Unter-Unterthema73Prüfhilfe — wird angezeigt, aber nicht einzeln bewertet

Bewertet wird auf Unterthema-Ebene, weil dort die Wesentlichkeit festgestellt wird. Die dritte Ebene steht als Gedankenstütze darunter: Sie hilft zu erkennen, ob ein Unterthema einschlägig ist, ohne die Zahl der Bewertungen zu vervielfachen.

Berichtigung 2024 beachten. Die deutsche Erstfassung vom 22.12.2023 wurde durch die Berichtigung vom 9.8.2024 ersetzt, die die Anhänge vollständig neu fasst. Mehrere Begriffe haben sich geändert — ein großer Teil der deutschsprachigen ESRS-Literatur führt weiterhin die alten. Dieses Werkzeug nutzt durchgehend die gültige Fassung.
Erstfassung 2023Gültig seit der Berichtigung
Eigene BelegschaftArbeitskräfte des Unternehmens (S1)
UnternehmenspolitikUnternehmensführung (G1)
Direkte AusbeutungDirekte Nutzung (E4)
Schulungen und KompetenzentwicklungWeiterbildung und Kompetenzentwicklung (S1, S2)

Zwei Besonderheiten der Liste

ESRS E3: Nur Wasser und Meeresressourcen sind Unterthemen. Wasserverbrauch, Wasserentnahme und die Ableitungen stehen im Verordnungstext in der dritten Spalte, ohne eindeutige Zuordnung zu einem der beiden. Das Werkzeug zeigt sie deshalb am Thema, nicht an einem Unterthema.

ESRS E4: Bei „Auswirkungen auf den Zustand der Arten" und „Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen" sind die Einträge der dritten Ebene im Verordnungstext ausdrücklich als Beispiele gekennzeichnet. Sie sind nicht abschließend und im Werkzeug entsprechend gestrichelt und kursiv dargestellt.

The topics are taken verbatim from ESRS 1, Appendix A, Application Requirement 16 — the list of sustainability matters covered in the topical standards. It has three levels:

LevelCountRole in the tool
Topic10Structure (E1–E5, S1–S4, G1)
Sub-topic37Assessment level — mapping and scoring happen here
Sub-sub-topic73Check aid — displayed, but not scored individually

Scoring happens at sub-topic level because that is where materiality is determined. The third level sits underneath as an aide-mémoire: it helps you see whether a sub-topic applies, without multiplying the number of assessments.

Mind the 2024 corrigendum. The German first version of 22 Dec 2023 was replaced by the corrigendum of 9 Aug 2024, which restates the annexes in full. Several German terms changed — much of the German-language ESRS literature still uses the old ones. This tool uses the version in force throughout. The English wording is unaffected.

Two peculiarities of the list

ESRS E3: Only Water and Marine resources are sub-topics. Water consumption, withdrawals and discharges appear in the third column of the regulation without being clearly assigned to either. The tool therefore shows them at topic level, not under a sub-topic.

ESRS E4: For “Impacts on the state of species” and “Impacts on the extent and condition of ecosystems”, the third-level entries are explicitly labelled Examples in the regulation. They are not exhaustive and are shown dashed and italic in the tool.

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BewertungsmethodikAssessment method

Jedes Akteur-Thema-Paar wird auf vier Skalen von 0 bis 5 bewertet. 0 bedeutet „nicht relevant", 5 „sehr hoch".

SkalaDimensionWas zu bewerten ist
SchweregradAuswirkungAusmaß, Umfang und Unabänderlichkeit zusammengenommen
EintrittswahrscheinlichkeitAuswirkungNur bei potenziellen Auswirkungen
Finanzielles AusmaßFinanziellGröße des Effekts auf Cashflow, Finanzierung, Kapitalkosten
EintrittswahrscheinlichkeitFinanziellImmer

Rechenweg

Auswirkung (tatsächlich) = Schweregrad
Auswirkung (potenziell) = (Schweregrad + Wahrscheinlichkeit) ÷ 2
Finanziell = (Ausmaß + Wahrscheinlichkeit) ÷ 2
wesentlich, wenn Auswirkung ≥ Schwelle oder Finanziell ≥ Schwelle
Tatsächlich oder potenziell — der Unterschied zählt. Bei einer tatsächlichen Auswirkung fließt die Eintrittswahrscheinlichkeit nicht ein: Was bereits eingetreten ist, hat keine Wahrscheinlichkeit mehr. Der Regler verschwindet in diesem Fall, und der Wert ist allein der Schweregrad. Würde man stattdessen über beide Werte mitteln, würden tatsächliche Auswirkungen systematisch zu niedrig bewertet — der häufigste Fehler in selbstgebauten Bewertungsrastern.

Art, Zeithorizont, Begründung

Die Art steuert den Rechenweg und ist deshalb Pflicht; Vorbelegung ist „potenziell". Der Zeithorizont ist bewusst nicht vorbelegt — kurzfristig meint den Berichtszeitraum, mittelfristig ein bis fünf Jahre, langfristig darüber hinaus. Er geht nicht in die Rechnung ein, gehört aber zur Dokumentation. Die Begründung ist das Feld, das eine Prüfung übersteht oder nicht: Ohne nachvollziehbare Herleitung ist eine Punktzahl wertlos.

Each actor–topic pair is scored on four scales from 0 to 5. 0 means “not relevant”, 5 means “very high”.

ScaleDimensionWhat to assess
SeverityImpactScale, scope and irremediable character taken together
LikelihoodImpactOnly for potential impacts
Financial magnitudeFinancialSize of the effect on cash flow, financing, cost of capital
LikelihoodFinancialAlways

Calculation

Impact (actual) = Severity
Impact (potential) = (Severity + Likelihood) ÷ 2
Financial = (Magnitude + Likelihood) ÷ 2
material if Impact ≥ threshold or Financial ≥ threshold
Actual or potential — the difference matters. For an actual impact, likelihood does not enter the score: what has already occurred has no likelihood left. The slider disappears in that case and the value is severity alone. Averaging both values instead would systematically understate actual impacts — the most common flaw in home-made scoring grids.

Nature, time horizon, rationale

Nature drives the calculation and is therefore mandatory; the default is “potential”. The time horizon is deliberately not pre-set — short-term means the reporting period, medium-term one to five years, long-term beyond that. It does not enter the calculation but belongs in the documentation. The rationale is the field that survives an audit or does not: without a traceable derivation, a score is worthless.

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SchwellenwertThreshold

Der Schwellenwert legt fest, ab welchem Punktwert ein Thema als wesentlich gilt. Voreingestellt ist 3,0 auf einer Skala bis 5, einstellbar in Halbschritten von 1,0 bis 5,0.

Die ESRS geben keinen Wert vor. Die Festlegung ist eine Ermessensentscheidung des Unternehmens — und genau deshalb begründungspflichtig. Das Werkzeug hat dafür ein eigenes Textfeld, dessen Inhalt in den CSV-Export und in den Druckbericht wandert.

Was in die Begründung gehört. Woran orientiert sich die Schwelle — Branchenbenchmark, interne Risikoschwellen, Vorjahresvergleich? Wer hat sie beschlossen, und wann? Eine Schwelle, die niemand verantwortet, ist der erste Angriffspunkt in der Prüfung.

Ein Wert genau auf der Schwelle gilt als wesentlich — die Prüfung ist „größer oder gleich".

The threshold sets the score at which a matter counts as material. The default is 3.0 on a scale to 5, adjustable in half steps from 1.0 to 5.0.

ESRS prescribe no value. Setting it is a judgement call by the undertaking — and precisely for that reason it must be justified. The tool has a dedicated text field whose content flows into the CSV export and the printed report.

What belongs in the justification. What is the threshold anchored to — an industry benchmark, internal risk thresholds, prior-year comparison? Who decided it, and when? A threshold nobody owns is the first thing an auditor will push on.

A value exactly on the threshold counts as material — the test is “greater than or equal”.

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AggregationAggregation

Ein Unterthema wird meist bei mehreren Akteuren bewertet. Für die Frage, ob es für das Unternehmen wesentlich ist, verdichtet das Werkzeug diese Einzelwerte — und zwar über das Maximum, nicht den Durchschnitt.

Warum Maximum. Wesentlichkeit ist keine Durchschnittsgröße. Wenn ein Thema an einer Stelle der Wertschöpfungskette schwer wiegt, ist es für das Unternehmen wesentlich — auch wenn es an neun anderen Stellen unauffällig bleibt. Mittelwertbildung würde genau die Fälle verdecken, die die Berichtspflicht auslösen.

Der Durchschnitt steht trotzdem in der Tabelle, als Einordnung: Er zeigt, ob ein Thema durchgängig trägt oder von einem einzelnen Akteur getrieben wird. Die Spalte Höchstwert bei nennt diesen Akteur.

Auf Standard-Ebene gilt dieselbe Logik: Ein Standard ist betroffen, sobald mindestens eines seiner Unterthemen wesentlich ist. Für betroffene Standards greifen die jeweiligen Angabepflichten.

A sub-topic is usually assessed for several actors. To decide whether it is material for the undertaking, the tool condenses those individual values — using the maximum, not the average.

Why maximum. Materiality is not an average. If a matter weighs heavily at one point in the value chain, it is material for the undertaking — even if it is unremarkable at nine other points. Averaging would hide precisely the cases that trigger the reporting duty.

The average still appears in the table, for context: it shows whether a matter carries throughout or is driven by a single actor. The Highest at column names that actor.

The same logic applies at standard level: a standard is affected as soon as at least one of its sub-topics is material. Its disclosure requirements then apply.

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IRO-AnalyseIRO analysis

Die Wesentlichkeitsanalyse endet mit der Aussage, dass ein Unterthema trägt. Schritt 4 beantwortet die Anschlussfrage: was genau dahintersteckt. Das Register ist die Grundlage für Angabepflicht SBM-3 — Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.

Ein Unterthema, mehrere Einträge

Der häufigste Modellierungsfehler ist die Annahme, je wesentlichem Unterthema gebe es genau einen Sachverhalt. Am Klimaschutz zeigt sich das Gegenteil:

  • Negative Auswirkung — die eigenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen
  • Risiko — CO₂-Preis und Grenzausgleich auf Vorprodukte
  • Chance — emissionsarme Produkte als Vergabekriterium beim Kunden

Drei Sachverhalte, drei Managementansätze, ein Unterthema. Das Register bildet genau das ab: beliebig viele Einträge je Unterthema.

Was ein Eintrag festhält

FeldZweck
ArtNegative oder positive Auswirkung, Risiko oder Chance
VerortungMehrfachauswahl aus den Akteuren des ersten Schritts — es gibt keine zweite Liste
ZeithorizontKurz-, mittel- oder langfristig, Mehrfachauswahl zulässig
BeteiligungNur bei negativen Auswirkungen — siehe unten
Bezug zu Strategie und GeschäftsmodellDer Text, der später in SBM-3 einfließt
Warum die Beteiligungsart zählt. Ob das Unternehmen eine Auswirkung verursacht, dazu beigetragen hat oder über eine Geschäftsbeziehung damit verbunden ist, entscheidet über die erwartete Reaktion. Bei den ersten beiden erwarten die Sozialstandards Abhilfemaßnahmen oder eine Beteiligung daran; bei der dritten geht es um Einflussnahme auf den Geschäftspartner. Wer das Feld leer lässt, kann später nicht begründen, warum er was getan hat.

Nur wesentliche Unterthemen

Im Register erscheinen ausschließlich Unterthemen, die die Schwelle erreicht haben. Wer ein weiteres dokumentieren will, muss die Bewertung ändern — nicht das Register umgehen. Wird ein Unterthema nachträglich anders bewertet, verschwinden seine Einträge nicht, sondern wandern sichtbar in einen eigenen Kasten. Dort lässt sich entscheiden, ob sie gelöscht werden.

The materiality assessment ends by stating that a sub-topic carries weight. Step 4 answers the follow-up question: what exactly lies behind it. The register is the basis for disclosure requirement SBM-3 — Material impacts, risks and opportunities and their interaction with strategy and business model.

One sub-topic, several entries

The most common modelling error is assuming one matter per material sub-topic. Climate change mitigation shows the opposite:

  • Negative impact — own Scope 1 and Scope 2 emissions
  • Risk — carbon price and border adjustment on inputs
  • Opportunity — low-carbon products as an award criterion with customers

Three matters, three management approaches, one sub-topic. The register reflects exactly that: any number of entries per sub-topic.

What an entry records

FieldPurpose
TypeNegative or positive impact, risk or opportunity
LocationMultiple selection from the actors of step 1 — there is no second list
Time horizonShort, medium or long term, multiple selection allowed
InvolvementNegative impacts only — see below
Link to strategy and business modelThe text that later feeds SBM-3
Why involvement matters. Whether the undertaking caused an impact, contributed to it, or is linked to it through a business relationship determines the expected response. For the first two, the social standards expect remedy or contribution to remedy; for the third, the question is leverage over the business partner. Leaving the field empty makes it impossible to justify later what was done and why.

Material sub-topics only

Only sub-topics that passed the threshold appear in the register. To document another one, change the assessment — do not work around the register. If a sub-topic is later reassessed, its entries are not discarded but moved into a visible separate box, where you can decide whether to delete them.

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ManagementansatzManagement approach

Je Eintrag werden vier Mindestangabepflichten nach ESRS 2 erfasst:

KürzelAmtlicher Titel
MDR-PKonzepte für den Umgang mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten
MDR-AMaßnahmen und Mittel in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte
MDR-MKennzahlen in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte
MDR-TNachverfolgung der Wirksamkeit von Konzepten und Maßnahmen durch Zielvorgaben
Fehlen ist anzugeben, nicht zu verschweigen. Liegt kein Konzept, keine Kennzahl oder kein Ziel vor, verlangen die ESRS, dieses Fehlen offenzulegen und zu erklären. Deshalb erzwingt der Status „Nicht vorhanden" ein Begründungsfeld — bleibt es leer, meldet die Vollständigkeitsprüfung den Fall. Ein leeres Feld ist keine neutrale Auslassung, sondern eine unerfüllte Angabepflicht.

Reifegrad je Standard

Die Matrix verdichtet die Einzelstatus auf Standardebene: je Standard und Dimension, wie viele Einträge „Vorhanden" melden. Grün heißt alle, Gelb heißt teilweise, Rot heißt keiner. Ein betroffener Standard ganz ohne Eintrag wird als Zeile rot hinterlegt — das ist die auffälligste Lücke, die es gibt: wesentlich bewertet, aber nicht bearbeitet.

Damit ist die Matrix zugleich die Gap-Analyse. Sie zeigt nicht nur, was fehlt, sondern in welcher Dimension — ein Unternehmen mit lauter Konzepten, aber ohne Ziele, hat ein anderes Problem als eines ohne jede Kennzahl.

Vollständigkeitsprüfung

Neun Regeln prüfen die formale Belastbarkeit: wesentliche Unterthemen ohne Eintrag, negative Auswirkungen ohne Beteiligungsart, Status „Nicht vorhanden" ohne Begründung, fehlende Verortung, fehlender Zeithorizont und weitere. Rot markierte Befunde wiegen inhaltlich schwer, gelbe sind Sorgfaltsmängel.

Was die Prüfung nicht leistet. Sie findet ausschließlich, was sich maschinell feststellen lässt — leere Felder und logische Lücken. Ob eine Begründung trägt, ob ein Schweregrad angemessen ist oder ob ein wesentlicher Sachverhalt schlicht übersehen wurde, erkennt sie nicht. Eine grüne Prüfung ist kein Testat.

Four minimum disclosure requirements under ESRS 2 are recorded per entry:

CodeOfficial title
MDR-PPolicies adopted to manage material sustainability matters
MDR-AActions and resources in relation to material sustainability matters
MDR-MMetrics in relation to material sustainability matters
MDR-TTracking effectiveness of policies and actions through targets
Absence must be disclosed, not hidden. Where no policy, metric or target exists, ESRS require that absence to be disclosed and explained. That is why the status “Not in place” forces a reason field — if it stays empty, the completeness check flags it. An empty field is not a neutral omission but an unmet disclosure requirement.

Maturity per standard

The matrix condenses individual statuses to standard level: per standard and dimension, how many entries report “in place”. Green means all, amber means some, red means none. An affected standard with no entry at all is highlighted as a red row — the most conspicuous gap there is: assessed as material, but not worked on.

This makes the matrix the gap analysis. It shows not only what is missing but in which dimension — a company with policies everywhere but no targets has a different problem from one with no metrics at all.

Completeness check

Nine rules test formal robustness: material sub-topics without an entry, negative impacts without an involvement type, status “Not in place” without a reason, missing location, missing time horizon and more. Findings marked red carry substantive weight; amber ones are lapses in diligence.

What the check cannot do. It finds only what can be determined mechanically — empty fields and logical gaps. Whether a rationale holds, whether a severity rating is appropriate, or whether a material matter was simply overlooked is beyond it. A clean check is not an audit opinion.
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BranchenbibliothekIndustry library

Zwölf Branchen bringen je neun vorformulierte Akteure mit — drei je Stufe. Sie sind ein Startpunkt zum Anpassen, kein Ergebnis: Namen, Beschreibungen und Länder sollen überschrieben werden, sobald die tatsächliche Kette bekannt ist.

Beim Laden einer Vorlage werden vorhandene Akteure samt Zuordnungen und Bewertungen ersetzt. Das Werkzeug fragt vorher nach.

Manche Branchen überschneiden sich bewusst — ein Kabelhersteller, der an die Automobilindustrie liefert, passt auf zwei Vorlagen. Die vorgelagerte Stufe unterscheidet sich trotzdem spürbar. Im Zweifel die nächstliegende nehmen und anpassen.

Branchenschwerpunkte setzen nichts vor. Themen, die in einer Branche erfahrungsgemäß tragen, erhalten in Schritt 2 ein goldenes Kennzeichen. Das ist ein Denkanstoß und nichts weiter — es wählt nichts aus und bewertet nichts. Eine Wesentlichkeitsanalyse, die eine Vorlage übernimmt statt sie zu erarbeiten, hält keiner Prüfung stand.

Twelve industries each come with nine pre-written actors — three per stage. They are a starting point to adapt, not a result: names, descriptions and countries are meant to be overwritten once the actual chain is known.

Loading a template replaces existing actors along with their mappings and assessments. The tool asks first.

Some industries deliberately overlap — a cable maker supplying the automotive industry fits two templates. The upstream stage still differs noticeably. When in doubt, take the closest one and adapt it.

Industry focus pre-sets nothing. Topics that typically carry weight in an industry get a gold marker in step 2. That is a prompt to think, nothing more — it selects nothing and scores nothing. A materiality assessment that adopts a template instead of working it through will not survive an audit.
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Export und DatenhaltungExport and data handling

FormatInhaltWofür
JSONVollständiger ProjektstandSichern und später weiterarbeiten, Weitergabe an Kollegen
CSVKopfdaten, Aggregation, EinzelbewertungenWeiterverarbeitung in Excel, Übernahme in den Bericht
Druck / PDFFormatierter Bericht mit MatrixAnlage zur Dokumentation, Vorlage im Gremium

Die CSV ist semikolongetrennt und mit Byte-Order-Mark versehen — deutsches Excel öffnet sie ohne Importdialog. Die Spalte Ebene unterscheidet Aggregat- von Detailzeilen.

Wo die Daten liegen

Ausschließlich im lokalen Speicher dieses Browsers. Es gibt keinen Server, keine Anmeldung und keine Übertragung. Das heißt auch: Wer den Browserspeicher leert, das Gerät wechselt oder im privaten Modus arbeitet, verliert den Stand. Für alles, was länger als eine Sitzung leben soll, das Projekt als JSON sichern.

FormatContentPurpose
JSONComplete project stateSave and resume later, hand over to colleagues
CSVHeader data, aggregation, individual assessmentsFurther work in Excel, transfer into the report
Print / PDFFormatted report with matrixDocumentation annex, board paper

The CSV is semicolon-separated with a byte order mark — German Excel opens it without an import dialog. The Ebene column distinguishes aggregate from detail rows.

Where the data lives

Solely in this browser’s local storage. There is no server, no login and no transmission. Which also means: clearing browser storage, switching devices or working in private mode loses your work. For anything meant to outlive a session, save the project as JSON.

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Grenzen des WerkzeugsLimits of this tool

Das Werkzeug strukturiert eine Wesentlichkeitsanalyse und dokumentiert sie nachvollziehbar. Es ersetzt nicht:

  • Die Einbindung von Interessenträgern. Die ESRS verlangen, Betroffene und Nutzer der Berichterstattung einzubeziehen. Das passiert außerhalb dieses Werkzeugs; die Ergebnisse fließen in die Begründungsfelder ein.
  • Die vollständige IRO-Dokumentation nach ESRS 2. Angabepflicht IRO-1 verlangt eine Beschreibung des Verfahrens selbst — Methodik, Annahmen, einbezogene Ebenen. Der Druckbericht liefert Bausteine dafür, nicht das fertige Kapitel.
  • Die Prüfung der CSRD-Betroffenheit. Ob und ab wann berichtspflichtig, klärt sich an Schwellenwerten und Übergangsfristen, nicht hier.
  • Fachliche Beurteilung. Die Punktwerte sind so gut wie die Einschätzungen, die hineingehen.

Kein Bestandteil dieses Werkzeugs ist Rechts- oder Prüfungsberatung.

The tool structures a materiality assessment and documents it traceably. It does not replace:

  • Stakeholder engagement. ESRS require involving affected stakeholders and users of the reporting. That happens outside this tool; the results feed into the rationale fields.
  • Full IRO documentation under ESRS 2. Disclosure requirement IRO-1 calls for a description of the process itself — methodology, assumptions, levels covered. The printed report supplies building blocks, not the finished chapter.
  • Checking CSRD scope. Whether and from when you must report follows from size thresholds and transitional provisions, not from here.
  • Professional judgement. The scores are only as good as the assessments that go into them.

Nothing in this tool constitutes legal or audit advice.

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Glossar und QuellenGlossary and sources

BegriffBedeutung
CSRDCorporate Sustainability Reporting Directive — die Richtlinie, welche die Berichtspflicht begründet
ESRSEuropean Sustainability Reporting Standards — die Standards, nach denen berichtet wird
EFRAGBeratungsgremium, das die Standards und die Umsetzungshilfen (IG 1–3) erarbeitet
IROImpacts, Risks and Opportunities — Auswirkungen, Risiken und Chancen
ARApplication Requirement — Anwendungsanforderung, verbindlicher Bestandteil des Standards
WertschöpfungsketteVorgelagerte und nachgelagerte Tätigkeiten zusätzlich zum eigenen Geschäftsbereich
SchweregradAusmaß, Umfang und Unabänderlichkeit einer Auswirkung zusammengenommen

Quellen

  • Delegierte Verordnung (EU) 2023/2772 vom 31.7.2023, ABl. L vom 22.12.2023
  • Berichtigung, ABl. L vom 9.8.2024, Dok. 2024/90457 — maßgeblich für die deutschen Begriffe
  • EFRAG IG 1 — Materiality Assessment
  • EFRAG IG 2 — Value Chain
TermMeaning
CSRDCorporate Sustainability Reporting Directive — the directive establishing the reporting duty
ESRSEuropean Sustainability Reporting Standards — the standards you report against
EFRAGAdvisory body developing the standards and implementation guidance (IG 1–3)
IROImpacts, Risks and Opportunities
ARApplication Requirement — a binding part of the standard
Value chainUpstream and downstream activities in addition to own operations
SeverityScale, scope and irremediable character of an impact taken together

Sources

  • Delegated Regulation (EU) 2023/2772 of 31 July 2023, OJ L, 22 Dec 2023
  • Corrigendum, OJ L, 9 Aug 2024, doc. 2024/90457 — authoritative for the German terms
  • EFRAG IG 1 — Materiality Assessment
  • EFRAG IG 2 — Value Chain
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