Sechs Engpässe, sechs Werkzeuge
Sechs Fragen, die im Mittelstand gerade regelmäßig auf den Tisch kommen und zu
jeder ein Werkzeug, das die Antwort strukturiert statt sie zu behaupten. Alle
laufen im Browser, speichern lokal und brauchen keinen Login. Jede Angabe trägt
ihre Fundstelle im Gesetz. Ausprobieren kostet nichts und verlangt keine
Zahlungsdaten. Wo aus der Einschätzung ein belegter Nachweis werden soll, gibt
es eine Lizenz.
Die ersten drei hängen zusammen, auch wenn sie fachlich nichts miteinander
zu tun haben, und mit ihnen die Nachhaltigkeitsfrage weiter unten.
KI-Verordnung, Lieferkettengesetz, NIS2 und der freiwillige
Nachhaltigkeitsstandard verpflichten den Mittelstand nicht unmittelbar. Sie
verpflichten seinen Großkunden, und der reicht die Pflicht im Vertrag nach unten
weiter. Deshalb kommt bei Ihnen kein Gesetzestext an, sondern eine Selbstauskunft
mit Rückgabefrist. Wer heute nach der IT-Sicherheit gefragt wird, bekommt vom
selben Kunden im nächsten Quartal den ESG-Bogen. Die vier Werkzeuge dazu laufen
deshalb unter einem Schlüssel.
Rechtsstand der regulatorischen Werkzeuge: August 2026 · jedes Werkzeug weist seinen Stand selbst aus
Engpass 1 · KI-Regulierung
Fällt unsere KI-Anwendung unter den AI Act?
Die verbreitete Frage ist falsch gestellt. Der AI Act stuft nicht das Unternehmen
ein, sondern jedes KI-System einzeln, ein Betrieb kann gleichzeitig verbotene,
hochriskante und minimal regulierte Systeme betreiben. Der Navigator führt deshalb
ein Register: Profil einmal, dann jeden Anwendungsfall einzeln durch acht
Prüfstufen, aus einem Katalog von 18 typischen Mittelstandsfällen.
Die Fristen nach dem Digital Omnibus: Transparenzpflichten
(Art. 50) gelten seit dem 02.08.2026, die maschinenlesbare
Kennzeichnung für Bestandssysteme ab dem 02.12.2026. Hochrisiko nach Anhang III
wurde auf den 02.12.2027 verschoben, nach Anhang I auf den
02.08.2028. Die Verbote nach Art. 5 wurden nicht verschoben.
Betroffenheit prüfen →
Die Einstufung ist kostenlos. Wer daraus einen Nachweis machen will, mit
Pflichtenkatalog, Fristenplan und gepflegtem Rechtsstand, findet die Bedingungen
unter Lizenz
und Preise.
Engpass 2 · Lieferkette
Ein Großkunde schickt einen Lieferanten-Fragebogen.
Der Druck kommt hier vertraglich von Kunden, nicht von der Aufsicht und die
Antworten werden jedes Mal neu zusammengesucht. Das Werkzeug erfasst die
Sorgfaltspflichten der §§ 3 bis 10 LkSG einmal: je Pflicht das regelnde Dokument,
der Verantwortliche und der Beleg. Ein Kundenmodus blendet auf die Angaben ein,
die Lieferantenselbstauskünfte tatsächlich verlangen.
62 Angaben in 12 Abschnitten, davon 27 im Kundenmodus.
Die Nachweisliste weist jede beantwortete Angabe ohne Beleg farbig als Lücke aus,
das ist der Unterschied zwischen „wir machen das" und „wir können das zeigen".
Zur Rechtslage: Die Berichtspflicht nach § 10 Abs. 2 LkSG gilt
weiter. Eingestellt hat das BAFA zum 01.10.2025 nur die Entgegennahme
und Prüfung der Berichte.
Nachweis aufbauen →
Erfassen und Berichtsentwurf sind kostenlos. Beleg, Nachweisliste und gepflegter
Rechtsstand gehören zur Lizenz.
Engpass 3 · Cybersicherheit
Sind wir NIS2-pflichtig und was müssen wir belegen?
Zwei Fragen, zwei Schritte. Erst der Betroffenheits-Check: zehn Fragen, fünf
Minuten, Ampel und Handlungsempfehlung. Wer betroffen ist, dokumentiert danach
die zehn Risikomanagement-Maßnahmenbereiche nach § 30 Abs. 2 BSIG: je Bereich
das regelnde Dokument, der Verantwortliche und der Wirksamkeitsbeleg.
55 Angaben in 11 Abschnitten. Ergebnis sind zwei druckbare
Dokumente: eine Umsetzungsdokumentation und eine Nachweisliste, die Angaben ohne
Beleg als Lücke ausweist.
Betroffenheit prüfen →
Danach: NIS2-Nachweis aufbauen
Erfassen und Berichtsentwurf sind kostenlos. Beleg, Nachweisliste und gepflegter
Rechtsstand gehören zur Lizenz.
Engpass 4 · Datenschutz
Dürfen unsere Daten in die USA?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern nur je Anwendung. Der
Check erfasst Ihre Cloud-Anwendungen und bewertet jede einzeln nach
Transfer-Impact-Assessment (Art. 44 ff. DSGVO, Schrems II): Übermittlungsgrundlage,
Zugriffsbefugnisse im Drittland, Zusatzmaßnahmen, Restrisiko. Regelbasiert, ohne
KI, jede Bewertung ist nachvollziehbar.
Kuratierter Katalog mit 55 Anwendungen und 71 europäischen
Alternativen, jeder Eintrag mit Quellen-URL, Katalogstand August 2026. Enthält das
Szenario „DPF entfällt", die Frage, die nach der Aufkündigung des Data Privacy
Framework sofort auf dem Tisch läge.
Transfers bewerten →
Engpass 5 · Projektportfolio
Zu viele Projekte, zu wenig Leute.
Jeder weiß, dass etwas gestrichen werden muss. Woran es scheitert, ist die
Begründung. Die Matrix bewertet das Portfolio nach dem Werthebel je verbleibendem
Euro, bereits ausgegebene Mittel bleiben bewusst außen vor. Statt „weiter oder
stopp" gibt es vier Handlungen: Schützen, Strecken, Beschneiden, Stoppen.
Ergebnis ist ein druckbarer Entscheidungs-Einseiter mit
Sunk-Cost-Klarstellung, den zu erwartenden Gegenargumenten und der Verwendung der
freiwerdenden Mittel. Das ist das Dokument, das die Sitzung übersteht.
Portfolio bewerten →
Engpass 6 · KI-Kosten
Was kostet uns KI wirklich?
Die Lizenzkosten sind selten das Problem: die Unklarheit darüber, wer was nutzt,
schon. Das Cockpit führt vier Sichten zusammen: Use-Case-Priorisierung nach
Netto-Nutzen und Machbarkeit, Governance und Tool-Inventar, Kosten-Tracker mit
Budget-Monitoring und einen API-Kalkulator zum Modellkostenvergleich.
Inklusive Erkennung von Schatten-KI: den Werkzeugen, die im
Haus benutzt werden, ohne dass sie jemand freigegeben hat. Aus den Use-Cases
entsteht ein druckbarer KI-Fahrplan.
Kosten aufstellen →
Fünf Fragen, die niemand stellt, bis es weh tut
Die sechs oben kommen von außen: eine Frist, ein Fragebogen, eine Aufsicht.
Diese vier stellt niemand von außen. Sie werden verschoben, bis eine
Investition daneben liegt, ein Auftrag unter Wert kalkuliert ist oder die Strategie
ein Jahr alt und unangetastet im Ordner steht.
Frage 1 · Investition
Rechnet sich das oder reden wir es uns schön?
Die Zahl, die am Ende entscheidet, ist selten die Anschaffungssumme. Sie ist die
Rendite gegen die eigenen Kapitalkosten und genau die fällt in der Diskussion
meist unter den Tisch. Der Rechner stellt Kapitalwert, internen Zinsfuß,
Amortisationsdauer und Rentabilitätsindex nebeneinander, über einen
Zeitraum von drei bis zehn Jahren.
Ohne Kapitalkostensatz ist der Kapitalwert eine Meinung.
Der WACC-Rechner schätzt das Beta über neun Risikofaktoren und liefert die
Hürde, gegen die gerechnet wird, mit Sensitivitätsanalyse und
Szenarienvergleich.
Investition rechnen →
Vorher, falls der Kapitalkostensatz fehlt: WACC ermitteln
Frage 2 · Kalkulation
Wir kalkulieren mit Zahlen von vorgestern.
Stundensätze überleben Energiepreisrunden, Lohnabschlüsse und
Ersatzinvestitionen, ohne dass sie jemand anfasst. Der Rechner setzt Fix- und
variable Kosten einer Anlage gegen die Kapazität im Ein- bis
Dreischichtbetrieb und zeigt, wie stark der Satz am Nutzungsgrad hängt.
Die Kostendegression ist der eigentliche Befund: derselbe Satz
kippt mit der Auslastung, nicht mit dem Preis. Wer wissen will, ab welcher Menge
ein Auftrag trägt, rechnet danach die Gewinnschwelle.
Stundensatz rechnen →
Danach: Gewinnschwelle und Sicherheitsmarge
Frage 3 · Umsetzung
Die Strategie steht auf Papier, im Alltag passiert nichts.
Zwischen Klausur und Tagesgeschäft liegt keine Motivationslücke, sondern
eine Kette aus vier Bruchstellen: Ziele, Verantwortung, Takt, Messung. Der Check
fragt zehn Punkte ab und benennt, an welcher Stelle die Kette reißt.
Ergebnis ist eine Execution-Gap-Analyse, keine Note. Sie zeigt, ob
es an der Verknüpfung von Strategie, Governance und operativer Steuerung
hängt, und damit, welches Arbeitsmittel als nächstes dran ist.
Umsetzung prüfen →
Danach: Ziele messbar machen oder Kennzahlen ordnen
Frage 4 · Nachhaltigkeit
Müssen wir einen Nachhaltigkeitsbericht abgeben?
Nach dem Omnibus-Paket lautet die Antwort für viele Nein und trotzdem landet
der Fragebogen im Haus, weil ein berichtspflichtiger Großkunde seine
Wertschöpfungskette abfragt. Das sind zwei verschiedene Fragen und sie werden
regelmäßig verwechselt.
Die Schwellen gelten kumulativ: über 1.000 Beschäftigte
und über 450 Mio. € Umsatz. Wer darunter liegt, ist nicht
berichtspflichtig und fällt unter den Value Chain Cap, der begrenzt, was ein
Großkunde überhaupt verlangen darf.
Berichtspflicht prüfen →
Wenn ja: doppelte Wesentlichkeit bestimmen, 37 amtliche Unterthemen mit IRO-Register
Wenn nein und der Fragebogen liegt trotzdem da: freiwillig berichten, mit Anhang-II-Modus, der nur zeigt, was ein Kunde verlangen darf
Erfassen und Berichtsentwurf sind kostenlos. Beleg, Nachweisliste und gepflegter
Rechtsstand gehören zur Lizenz.
Frage 5 · Liquidität
Wir machen Gewinn, aber das Geld ist nie da. Woran liegt das?
Die Antwort steht fast nie in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern eine
Etage tiefer: in Vorräten, die gewachsen sind, in Forderungen, die länger
offen stehen, in einer Investition, die aus dem laufenden Konto bezahlt wurde.
Der Abschluss zeigt beides, nur selten nebeneinander.
Die Brücke ist eine Rechnung, keine Meinung. Jahresüberschuss
plus Abschreibung minus dem, was zusätzlich in Vorräten und Forderungen steckt,
ergibt den operativen Cashflow. Sind beide Bilanzen ausgeglichen, geht die
Kontrollrechnung auf null auf. Jede Abweichung ist ein Datenfehler.
Liquidität prüfen →
Vorher, wenn die GuV noch nicht steht: Erfolgsrechnung aufstellen, drei Perioden nebeneinander mit Kostenstruktur und Abweichung
Wenn das Werkzeug die Frage nicht beantwortet
Manche Fragen lassen sich nicht in einem Formular klären. Dann spart ein
30-Minuten-Gespräch oft Monate an Umwegen: ich ordne Ihr Vorhaben ein, konkret
und ohne Pitch.
30 Minuten sichern
Über diese zehn hinaus: 58 Werkzeuge und 18 Whitepaper
zu Portfolio-Management, Controlling, ESG und Cyber-Compliance.