Inhalt
Sie arbeiten im Innovationsteam mit
Lesen Sie 2, 3, 4 und 5. Der Rest ist Moderationswissen.
- Motor öffnen und den Raum laden, den Sie bekommen haben
- Kreislauf ansehen: wo steht Ihr Vorhaben
- Schritt bearbeiten, Werkzeug öffnen, Ergebnis übernehmen
Sie moderieren das Mandat
Lesen Sie zusätzlich 6, 7, 8 und 9. Dort steht, was nur Sie tun können.
- Mandat anlegen, Rahmen setzen, Raum aufmachen
- Gates fahren und entscheiden lassen
- Überblick lesen, Mandatsbericht drucken
Was der Innovationsmotor ist
Der Innovationsmotor ist eine Mikroseite, die einen vollständigen Innovationsprozess sichtbar macht und Schritt für Schritt mit Werkzeugen hinterlegt. Er hält fest, welche Lücken ein Unternehmen sieht, welche Suchfelder daraus werden, welche Vorhaben in welchem Pfad laufen und was an den Entscheidungspunkten beschlossen wurde. Am Ende steht ein Bericht, der sich einem Board vorlegen lässt.
Er ersetzt kein Projektmanagement und keine Produktdatenbank. Er beantwortet eine engere Frage: Läuft unser Innovationsprozess, und woran erkennen wir das?
Die Modellgrundlage
Der Prozess folgt dem Grazer Innovationsmodell BIG Picture von DI Dr. Hans Lercher, FH CAMPUS 02 Graz. Die Phasen-, Pfad- und Rollentexte in dieser Software stammen inhaltlich aus seinem Leitfaden. Das Modell unterscheidet vier Innovationsklassen und gibt jeder eine eigene Zahl an Entscheidungspunkten: je größer das Risiko, desto engmaschiger die Kontrolle und desto höher die Beteiligung der Geschäftsführung.
Was Sie brauchen
- Einen aktuellen Browser. Chrome, Firefox, Safari und Edge sind geprüft.
- Keine Installation, kein Konto, keine Registrierung.
- Kein Internet, solange Sie allein arbeiten. Alles läuft im Browser.
Als Paket: ein ZIP entpacken und index.html doppelklicken.
Alles liegt auf Ihrem Rechner, nichts geht ins Netz. Als Seite auf platvoet.org:
dieselbe Oberfläche, dazu die Möglichkeit, einen Raum mit anderen zu teilen. Der
Unterschied ist in Kapitel 7 und 8 beschrieben.
In fünf Minuten startklar
-
1Motor öffnen
Im Paket:
index.htmldoppelklicken. Es öffnet sich der Reiter Kreislauf mit dem ganzen Prozess als Bild. -
2Mandat benennen
Reiter Team, Feld Mandat oder Unternehmen. Solange nichts eingetragen ist, heißt der Raum „Unbenanntes Mandat". Der Name steht später auf jedem Bericht.
-
3Rahmen setzen
Reiter Rahmen: Vision, Flughöhe, dann mindestens eine Lücke und mindestens ein Suchfeld. Ohne Suchfeld lässt sich kein Vorhaben anlegen, das ist Absicht.
-
4Erstes Vorhaben anlegen
Reiter Vorhaben: Titel, Suchfeld, Pfad. Das Vorhaben erscheint im Innovationstrichter und im Kreislauf an seinem ersten Schritt.
-
5Sichern
Knopf Sichern in der Kopfzeile. Sie bekommen eine JSON-Datei. Ohne geteilten Raum ist sie Ihre einzige Sicherung, siehe Kapitel 8.
Die Oberfläche
Die Kopfzeile
Sie steht auf jeder Seite des Pakets an derselben Stelle und trägt immer dieselben Dinge. Auf schmalen Schirmen klappen die hinteren Schalter in ein Menü hinter drei Punkten.
| Element | Was es tut |
|---|---|
| Mandatszeile | Name des Mandats, dazu die Zahl der Lücken, Suchfelder und Vorhaben. Der schnellste Blick darauf, ob der richtige Stand geladen ist. |
| Verbund-Anzeige | Steht auf nur hier, solange Sie allein arbeiten. Im geteilten Raum steht dort der Raumname und Ihre Rolle. |
| Schloss oder Lizenzmarke | Zeigt, ob eine Lizenz aktiv ist. Ein Klick öffnet den Lizenzdialog. |
| Sichern | Schreibt den vollständigen Stand als JSON-Datei auf Ihren Rechner. |
| Laden | Liest eine solche Datei wieder ein und ersetzt damit den aktuellen Stand. |
| Neuer Raum | Setzt alles zurück und beginnt ein leeres Mandat. Sichern Sie vorher. |
Die sieben Reiter
| Reiter | Wofür | Wer nutzt ihn |
|---|---|---|
| Kreislauf | Der ganze Prozess als Bild. Kreise sind Arbeitsschritte, Rauten sind Entscheidungspunkte. Ein Klick auf einen Schritt zeigt Zweck, zuständige Rollen, passende Werkzeuge und den Stand. | alle |
| Überblick | Die Führungssicht: Durchfluss, Ist gegen Plan, Tempo, Herkunft und was die Werkzeuge melden. Rechnet ausschließlich aus dem, was ohnehin erfasst wurde. | Moderation, Leitung |
| Rahmen | Vision, Flughöhe, Innovationslücken und Suchfelder. Die drei Schritte, die vor jeder Idee kommen. | Leitung, Moderation |
| Vorhaben | Ideen aufnehmen, einem Pfad zuweisen, den Innovationstrichter sehen. | Ideen-Hub, Fachbereich |
| Controlling | Ist gegen Business Case je Vorhaben, dazu das Prozesscontrolling: wie gut läuft der Motor selbst. | Controlling, Moderation |
| Werkzeuge | Die vollständige Landkarte: welches Werkzeug an welchem Schritt hilft. | alle |
| Team | Raum aufmachen, Raum beitreten, Rollen und ihre Rechte. | Moderation |
Der Innovationskreislauf
Der Prozess besteht aus 37 Schritten in sechs Bahnen. 22 davon sind Arbeitsschritte (im Bild Kreise), 15 sind Entscheidungspunkte (im Bild Rauten). Ein Vorhaben durchläuft immer den gemeinsamen Vorlauf, dann genau einen der vier farbigen Pfade, dann den gemeinsamen Abschluss.
Vorlauf: für alle Vorhaben gemeinsam
Der Vorlauf gehört nicht einem einzelnen Vorhaben, sondern dem Unternehmen. Er läuft einmal je Zyklus und liefert die Grundlage, aus der Ideen überhaupt entstehen können.
| Schritt | Zweck | Rollen |
|---|---|---|
| Technologiefrühaufklärung | Chancen, Risiken und Wirkung neuer Technologien, Werkstoffe, Patente und Prozesse bewerten. Substitutionstechnologien und künftig geltende Normen gehören dazu. | Fachexperten intern oder extern |
| Marktfrühaufklärung | Signale lesen: veränderte Kundenbedürfnisse, Mitbewerberverhalten, regionale Teilmärkte, rechtliches Umfeld, Markttrends. | Produktmanagement, Vertrieb |
| Vision, Flughöhe, Strategie | Der Teil mit der größten Beteiligung der Unternehmensleitung. Die Flughöhe definiert den Innovationsspielraum, bevor irgendjemand nach Ideen sucht. | Geschäftsführung |
| Life-Cycle-Status | Wo stehen die eigenen Produkte, Dienstleistungen und Technologien im Lebenszyklus? | Produktmanagement, Controlling |
| Innovationslücke beschreiben | Externe und interne Quellen verknüpfen und daraus den abstrakten Handlungsbedarf formulieren. Noch keine Idee, nur die Lücke. | Innovationsverantwortlicher |
| Gate: Lücken verabschieden | Welche Lücken verfolgt das Unternehmen weiter, welche nicht? | Geschäftsführung |
| Innovationsstrategie und Suchfelder | Ein- bis zweitägiger Workshop mit F&E und Produktmanagement. Ergebnis ist ein Strategiepapier mit Positionierung, Zielen, Ressourcen und Roadmap. | F&E, Produktmanagement |
| Gate: Strategy-Approval-Meeting | Rüttelstrecke und Freigabestelle. Erzeugt das Commitment der Geschäftsführung und gibt die Ressourcen frei. | Geschäftsführung |
| Ideengenerierung | Je Suchfeld, meist parallel in mehreren Abteilungen. Von intern über Co-Creation bis Open Innovation. | Alle Fachbereiche, Kunden, Lieferanten |
| Erstevaluierung im Ideen-Hub | Grobbewertung aller Ideen an einer Stelle. Der Hub reicht weiter, was ein Bereich nicht selbst umsetzen kann, statt es versanden zu lassen. | Ideen-Hub |
| Gate: Pfad zuweisen | Nicht Ja oder Nein, sondern welcher Weg. Die Zuweisung richtet sich nach Risiko und Neuheitsgrad für das Unternehmen. | Ideen-Hub, Innovationsverantwortlicher |
Die vier Pfade
Der Pfad ist die wichtigste Entscheidung im ganzen Prozess. Er legt fest, wie viele Entscheidungspunkte folgen und wer sie besetzt. Er ist jederzeit revidierbar: ein Vorhaben darf den Pfad wechseln, wenn sich das Bild ändert.
Grüner Pfad Inkrementell · 2 Gates
Anpassungen bestehender Produkte oder Leistungen ohne tiefgreifende Änderung. Ändert nichts an der Produkt- oder Branchenlogik und nutzt weitgehend Bekanntes. Überschaubares Risiko, oft große Marktwirkung bei kleinem Aufwand. Entschieden wird im Fachbereich, ohne Beteiligung der Geschäftsführung.
Ablauf: Konzept und Aufwand, G1 Umsetzung freigeben, Realisierung, G2 Rollout freigeben.
Gelber Pfad Progressiv · 3 Gates
Der Mittelwert zwischen inkrementell und radikal, auch semi-radikal genannt. Unsicherheit und Risiko sind deutlich höher als inkrementell, aber noch kalkulierbar: das Unternehmen hat mit den nötigen Aspekten überschaubare Erfahrung. Die Geschäftsführung wird selektiv beteiligt, an den späten Gates.
Ablauf: Detaillierung und Business Case, G1 Konzept freigeben, Entwicklung und Prototyp, G2 Entwicklung abnehmen, Verkaufs- und Umsetzungsvorbereitung, G3 Markteinführung freigeben.
Roter Pfad Radikal · 5 Gates
Das Unternehmen betritt Neuland: neue Herstellverfahren oder Materialien, neuartige Marketingkonzepte, gänzlich neue Märkte und Zielgruppen. Sehr hohes Risiko, deshalb viele Entscheidungspunkte zur Verlustbegrenzung. Die Geschäftsführung entscheidet an jedem Gate maßgeblich mit. Es empfiehlt sich, die Gates als Projektbahnhof zu festen Terminen zu führen.
Ablauf: Grobkonzept und Machbarkeit, G1 Vorstudie freigeben, Vorstudie und Technologieabsicherung, G2 Business Case freigeben, Business Case umfassend, G3 Entwicklung freigeben, Entwicklung und Test, G4 Verkaufsvorbereitung freigeben, Verkaufs- und Umsetzungsvorbereitung, G5 Markteinführung freigeben.
Blauer Pfad Disruptiv · bewusst offen
Ein Sonderfall. Eine Innovation, die das Unternehmen, oft den ganzen Markt umbaut. Sie geht über radikal weit hinaus, ist kaum planbar und in den vorhandenen Strukturen nicht zu bewältigen. Deshalb hat dieser Pfad absichtlich keinen ausdefinierten Ablauf.
Ablauf: Eigene Einheit prüfen, Grundsatzentscheidung. Die Antwort lautet oft Ausgründung, Beteiligung oder Partnerschaft, nicht Bearbeitung im Tagesgeschäft.
Markt und Controlling Zyklusschluss für alle
Wieder gemeinsam, egal aus welchem Pfad ein Vorhaben kommt. Erst hier zeigt sich, ob die Annahmen der Planungsschritte getragen haben.
Ablauf: Markteinführung und Realisierung, Aufnahme ins Life-Cycle-Management, Innovationscontrolling, Prozesscontrolling. Der letzte Schritt bewertet den Motor selbst und schließt den Kreis: Anpassungen am Prozess sind nach jedem Zyklus regelhaft möglich.
Die 15 Entscheidungspunkte auf einen Blick
| Bahn | Gate | Mögliche Entscheidungen | Wer entscheidet |
|---|---|---|---|
| Vorlauf | Lücken verabschieden | Lücke bestätigt · zurückgestellt · verworfen | Geschäftsführung |
| Vorlauf | Strategy-Approval-Meeting | Strategie freigegeben · Überarbeitung · abgelehnt | Geschäftsführung |
| Vorlauf | Pfad zuweisen | grün · gelb · rot · blau · verworfen | Ideen-Hub, Innovationsverantwortlicher |
| Grün | G1 Umsetzung freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Bereichsleitung |
| Grün | G2 Rollout freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Bereichsleitung |
| Gelb | G1 Konzept freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Bereichsleitung, Controlling |
| Gelb | G2 Entwicklung abnehmen | weiter · zurück · parken · Stopp | Bereichsleitung, F&E |
| Gelb | G3 Markteinführung freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung |
| Rot | G1 Vorstudie freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung |
| Rot | G2 Business Case freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung, Controlling |
| Rot | G3 Entwicklung freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung |
| Rot | G4 Verkaufsvorbereitung freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung |
| Rot | G5 Markteinführung freigeben | weiter · zurück · parken · Stopp | Geschäftsführung |
| Blau | Grundsatzentscheidung | eigene Einheit · Partner · nicht verfolgen | Gesellschafter |
| Abschluss | Aufnahme ins Life-Cycle-Management | aufnehmen · nachbessern · einstellen | Produktmanagement, Geschäftsführung |
Weiter schiebt das Vorhaben auf den nächsten Schritt. Zurück setzt es auf den vorherigen Arbeitsschritt, wenn die Vorlage nicht trägt. Parken lässt es stehen, ohne es zu beerdigen: es bleibt sichtbar und taucht später in der Liste ohne Bewegung auf. Stopp beendet es. Ein gestopptes Vorhaben verschwindet nicht, es bleibt mit seiner Begründung in der Chronik. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Prozess und einer Ideensammlung.
Für das Team: der Arbeitsweg
Dieses Kapitel beschreibt, was jeder im Innovationsteam tut. Sie brauchen dafür keine Lizenz und keine besondere Rolle. Was Sie nicht dürfen, zeigt der Motor gar nicht erst an.
5.1 Den Rahmen verstehen
Reiter Rahmen, drei Schritte in dieser Reihenfolge.
Vision und Flughöhe
Die Flughöhe ist das gemeinsame Verständnis der eigenen Leistung gegenüber dem Markt. Sie beantwortet die Frage, welche Innovationsvorhaben überhaupt in Frage kommen, und steckt damit das Spielfeld ab. Wer sie eng fasst, bekommt fast nur inkrementelle Innovationen. Formulieren Sie dieselbe Leistung dreimal, von eng nach weit, und wählen Sie dann eine für dieses Mandat.
Mittel: Wir schützen die Hände unserer Kunden.
Weit: Wir erhalten die Gesundheit unserer Kunden.
Innovationslücken
Die Lücke beschreibt den abstrakten Handlungsbedarf, noch keine Idee. Sie entsteht aus Technologie- und Marktfrühaufklärung von außen sowie aus Unternehmensstrategie und Lebenszyklus der eigenen Angebote von innen. Zu jeder Lücke gehört eine Quelle: Technologiefrühaufklärung, Marktfrühaufklärung, Unternehmensstrategie, Life-Cycle-Status oder Regulatorik. Die Quelle taucht später im Bericht unter Herkunft wieder auf, und dort wird sichtbar, ob Ihr Unternehmen seine Ideen aus einer einzigen Ecke bezieht.
Suchfelder
Mit dem Suchfeld bindet sich das Unternehmen und seine Ressourcen auf ein Feld und verzichtet bewusst auf andere, innerhalb der Lücke ebenfalls denkbare. Ohne diese Festlegung bleibt die Ideation beliebig. Jedes Suchfeld gehört zu einer Lücke und hat einen Verantwortlichen.
Vorhaben hängen an Suchfeldern, Suchfelder an Lücken. Es gibt keinen Weg, ein Vorhaben ohne Suchfeld anzulegen. Das ist keine technische Hürde, sondern der Kern des Modells: eine Idee ohne Suchfeld ist eine Idee ohne Auftrag.
5.2 Ein Vorhaben anlegen
Reiter Vorhaben. Sie brauchen einen kurzen, sprechenden Titel, ein Suchfeld und einen Pfad. Die Erstevaluierung entscheidet nicht über Ja oder Nein, sondern über den Weg.
Darunter steht der Innovationstrichter: alle laufenden Vorhaben, nach Pfad getrennt. Er zeigt auf einen Blick, ob das Portfolio ausgewogen ist. Vier grüne Vorhaben und nichts sonst heißt: das Unternehmen verbessert, aber es erneuert nicht.
5.3 An einem Schritt arbeiten
Reiter Kreislauf, ein Klick auf einen Kreis oder eine Raute. Links erscheint der Schritt, rechts die Werkzeuge dazu.
| Was Sie sehen | Was Sie damit tun |
|---|---|
| Zweck und Rollen | Wofür der Schritt da ist und wer üblicherweise beteiligt ist. Kommt aus dem Modell, nicht aus Ihren Daten. |
| Stand | Drei Knöpfe: offen, läuft, erledigt. Der Stand gilt für den Schritt im Mandat, nicht je Vorhaben. Er speist die Kachel „Schritte erledigt" im Überblick. |
| Notiz | Freitext zum Schritt. Wird eine Sekunde nach dem letzten Tastendruck gesichert, nicht bei jedem Zeichen. Sie müssen nichts bestätigen. |
| Vorhaben an diesem Schritt | Welche Vorhaben gerade hier stehen. An einem Gate stehen hier auch die Entscheidungsknöpfe, wenn Ihre Rolle sie tragen darf. |
| Aus Werkzeugen übernommen | Ergebnisse, die jemand aus einem Werkzeug an diesen Schritt geheftet hat, mit Name und Datum. Lassen sich einzeln wieder entfernen. |
5.4 Werkzeuge nutzen und Ergebnisse übernehmen
Rechts neben dem Schritt stehen die passenden Werkzeuge. Der Motor bringt vorhandene Werkzeuge in eine Reihenfolge, er ersetzt sie nicht: jedes bleibt einzeln nutzbar, auch ohne Mandat. Die Spalte Art sagt, was Sie erwartet.
| Art | Was das heißt |
|---|---|
| Arbeitswerkzeug | Hat Eingabefelder, speichert und lässt sich exportieren. Ergebnis ist eine Analyse. |
| Rechner | Liefert eine Zahl aus Eingaben. Ergebnis ist ein Wert, der in einen Business Case passt. |
| Check | Fragebogen mit Reifegradeinstufung. Ergebnis ist eine Stufe und ein Entwicklungspfad. |
| Dashboard | Lagebild aus mehreren Kennzahlen, für den Blick von oben. |
| Nachschlagewerk | Beschreibt Methoden, ohne selbst zu rechnen. |
Unter der Werkzeugliste steht Ergebnisse einsammeln. Sobald Sie in einem der Werkzeuge oben gearbeitet und dort gespeichert haben, erscheint es dort mit einem Knopf übernehmen. Ein Klick heftet einen Auszug des gespeicherten Stands als Erkenntnis an den Schritt, mit Ihrem Namen und dem Datum. Das Werkzeug selbst bleibt unangetastet: der Motor liest nur, er schreibt nie in ein Werkzeug hinein.
Das Einsammeln funktioniert nur, wenn Motor und Werkzeug unter derselben Adresse
laufen, also auf dem Server oder über die Paketvariante mit lokalem Dienst. Wenn Sie die
Dateien einzeln vom eigenen Rechner öffnen (Adresse beginnt mit file://), hat
jede Datei ihren eigenen Speicher, und der Motor findet folgerichtig nichts. Der Weg über
Sichern und Laden im Werkzeug selbst funktioniert dort trotzdem.
Für die Moderation: ein Mandat führen
Dieses Kapitel richtet sich an die Person, die das Mandat führt. In der Rollenlogik ist das die Moderation: sie darf alles, einschließlich Umbenennen des Raums und Gate-Entscheidungen.
6.1 Ein Mandat aufsetzen
- 1Benennen
Der Mandatsname steht auf jedem Bericht. Ihn zu ändern ist der Moderation vorbehalten, auch im geteilten Raum.
- 2Rahmen mit der Leitung setzen
Vision und Flughöhe sind Geschäftsführungsthemen, keine Teamübung. Die drei Formulierungen von eng nach weit sind ein gutes Werkzeug für diesen Termin.
- 3Lücken und Suchfelder erarbeiten
Erst Lücken, dann Suchfelder. Achten Sie darauf, dass die Quellen streuen: Lücken, die alle aus der Marktfrühaufklärung stammen, sind ein Befund für sich.
- 4Raum aufmachen, wenn mehrere mitarbeiten
Siehe Kapitel 7. Ohne Raum arbeiten Sie allein, und die Sicherung liegt bei Ihnen.
6.2 Einen Gate-Termin fahren
Öffnen Sie im Reiter Kreislauf die Raute, an der die Vorhaben stehen. Dort liegen alle Vorhaben, über die zu entscheiden ist, mit ihren Entscheidungsknöpfen.
- Nach dem Klick fragt der Motor nach einer Begründung. Sie darf leer bleiben, aber sie ist das Einzige, was ein halbes Jahr später noch erklärt, warum etwas gestoppt wurde. Nutzen Sie das Feld.
- Eine Entscheidung ist ein Ereignis, kein Zustand. Sie lässt sich nicht löschen, sie lässt sich nur durch eine neue überholen. Genau darauf beruht die Chronik im Bericht.
- Gates, an denen niemand entschieden hat, bleiben sichtbar. Der Überblick zählt sie als offen. Das ist der häufigste Befund in echten Mandaten.
Beim roten Pfad empfiehlt das Modell, die Gates als Projektbahnhof zu festen Terminen zu führen: alle Vorhaben eines Gates in einem Termin, statt jede Entscheidung einzeln einzuholen.
6.3 Den Pfad wechseln
Ein Vorhaben darf den Pfad wechseln, wenn sich das Bild ändert. Das ist keine Fehlerkorrektur, sondern vorgesehen: ein grün gestartetes Vorhaben, das plötzlich ein neues Herstellverfahren braucht, gehört auf gelb oder rot. Der Motor hält den Wechsel als Ereignis fest, und der Bericht zeigt ihn in der Wegstrecke des Vorhabens.
6.4 Business Case und Ist-Werte
Reiter Controlling. Der Plan gehört an ein Gate, der Ist-Wert nach der Markteinführung. Erfasst werden je Vorhaben vier Zahlen: Investition, Nutzen pro Jahr und Betrachtungsjahre als Plan, dazu Investition und Nutzen tatsächlich als Ist.
Daraus bildet der Motor ein Urteil, nach dieser Regel:
| Urteil | Wann es steht |
|---|---|
| trägt | Der Ist-Nutzen erreicht mindestens 90 Prozent des Plans, und die Ist-Investition liegt nicht über 130 Prozent des Plans. |
| nachsteuern | Der Nutzen liegt zwischen 60 und 90 Prozent des Plans, oder die Investition ist über 130 Prozent gestiegen. |
| trägt nicht | Der Nutzen liegt unter 60 Prozent des Plans. |
| ohne Business Case | Es wurde nie ein Plan erfasst. Das ist ein eigener Befund, kein fehlender Wert. |
| noch offen | Plan steht, Ist fehlt noch. Normal für alles, was den Markt noch nicht gesehen hat. |
Die Amortisation wird ohne Abzinsung gerechnet: Investition geteilt durch Nutzen pro Jahr. Wer abzinsen will, rechnet das in der Investitionsrechnung und trägt das Ergebnis hier ein.
6.5 Den Stand lesen und berichten
Es gibt zwei Orte für denselben Stand, und sie teilen dieselbe Rechnung.
| Ort | Wofür |
|---|---|
| Reiter Überblick | Der Blick zwischendurch und im Gate-Termin. Vier Fragen an einem Ort: Was kommt durch den Trichter, was kostet es und was bringt es, wie schnell bewegt sich etwas, woher kommen die Vorhaben. Dazu, was die Werkzeuge selbst melden. |
| Mandatsbericht | Das druckbare Dokument fürs Board: dieselben Zahlen, dazu die vollständige Gate-Chronik und die Herkunft je Suchfeld. Öffnen, prüfen, drucken oder als PDF sichern. |
Alle Zahlen in Überblick und Bericht stammen aus dem, was ohnehin beim Arbeiten entstanden ist. Es gibt kein Reporting-Formular und keine Pflege nebenher. Wenn eine Zahl fehlt, fehlt die Arbeit dahinter, nicht die Eingabe.
Ein Sonderfall ist die Zeile Was die Werkzeuge sagen. Acht Werkzeuge melden beim Speichern selbst eine Kennzahl an den Motor, weil sich diese Zahl von außen nicht nachrechnen lässt, ohne die Bewertungsregel zu kopieren. Wer nichts meldet, taucht dort nicht auf. Welche das sind, steht im Werkzeugkatalog in Kapitel 10.
Zusammen arbeiten: der geteilte Raum
Ein Raum ist ein Mandat. Wer beitritt, sieht denselben Stand und schreibt in denselben Stand. Es gibt keine Benutzerkonten und keine Passwörter: die Raum-Nummer und der Beitrittscode sind der Zugang, der Anzeigename ist frei gewählt.
Einen Raum aufmachen
Reiter Team, linke Spalte. Sie geben den Mandatsnamen und Ihren Anzeigenamen an und bekommen eine Raum-Nummer und einen Beitrittscode, die Sie weitergeben. Sie moderieren den Raum dann. Das Aufmachen setzt eine Lizenz voraus, das Beitreten nicht.
Das Team einladen
Sobald der Raum steht, finden Sie unter Nummer und Code den Abschnitt Einladen. Sie wählen die Rolle, die Sie vorschlagen wollen, und kopieren mit einem Knopf entweder nur den Link oder einen fertigen Einladungstext, in dem der Link, Nummer, Code und Rolle schon stehen. Wer den Link öffnet, landet im Reiter Team mit ausgefülltem Formular und trägt nur noch seinen Namen ein.
Drei Dinge gehören dazu gewusst. Der Link ist der Zugang, er enthält Raum-Nummer und Beitrittscode. Wer ihn weiterleitet, gibt das Mandat weiter, deshalb gehört er in einen Kanal, den Sie und Ihr Kunde kontrollieren. Die Rolle im Link ist ein Vorschlag, die eingeladene Person kann beim Beitritt eine andere wählen, nur die Moderation ist ausgeschlossen. Und der Zugang steht zwar in der Adresse, aber nur für einen Augenblick: die Seite räumt ihn nach dem Öffnen aus der Adresszeile, damit er nicht in Verlauf, Lesezeichen oder einem Screenshot liegen bleibt. Kommt jemand herein, der nicht hereingehört, nehmen Sie ihn im Reiter Team wieder aus dem Raum.
Einem Raum beitreten
Rechte Spalte, wenn kein Einladungslink vorliegt. Sie brauchen die Raum-Nummer (16 Zeichen), den Beitrittscode und wählen eine Rolle. Die Zahl der Beitretenden ist nicht begrenzt: ein Innovationsteam wächst im Lauf eines Mandats, und eine technische Grenze mitten im Workshop kostet mehr Vertrauen, als sie einbringt.
Die fünf Rollen und ihre Rechte
| Rolle | Darf |
|---|---|
| Moderation | Alles, einschließlich Umbenennen des Raums und Gate-Entscheidungen. |
| Ideen-Hub | Ideen sichten, bündeln, Pfade zuweisen, Schritte bearbeiten. |
| Fachbereich | Lücken, Suchfelder, Vorhaben, Notizen, Stände. |
| Gate-Entscheidung | Wie Fachbereich, zusätzlich über Gates befinden. |
| Beobachtung | Nur mitlesen, nichts ändern. |
Der Zuschnitt kommt aus dem Modell, nicht aus der Software. Was Ihre Rolle nicht darf, wird gar nicht erst als Knopf angezeigt. Der Server prüft dieselben Regeln noch einmal selbst: die Oberfläche ist Bequemlichkeit, die Grenze zieht der Dienst.
Wie der Abgleich funktioniert
Der Raum ist kein geteiltes Dokument, sondern eine Kette von Ereignissen. Jede Änderung ist ein Eintrag, der angehängt wird; der sichtbare Stand entsteht jedes Mal neu daraus. Das hat einen praktischen Grund: im Modell arbeiten mehrere Abteilungen parallel an verschiedenen Suchfeldern. Ein Überschreiben des ganzen Dokuments würde genau dabei Arbeit vernichten.
- Der Motor gleicht alle sechs Sekunden ab, aber nur, wenn sein Reiter im Vordergrund ist. Ein vergessener Hintergrundtab befragt den Server nicht.
- Was Sie offline erfasst haben, bleibt vorgemerkt und geht beim nächsten Abgleich hinaus. Sie verlieren nichts, wenn die Verbindung kurz fehlt.
- Ein Feld, in dem gerade jemand tippt, wird beim Abgleich nicht überschrieben.
Der einzige Unterschied ist, ob die Ereignisse auch beim Dienst landen. Alle Reiter, alle Gates, der Überblick und der Bericht funktionieren allein im Browser genauso. Nur sieht niemand sonst, was Sie tun, und die Sicherung liegt bei Ihnen.
Sichern, Laden und wo die Daten liegen
Wo Ihr Stand liegt
| Betriebsart | Wo die Daten liegen |
|---|---|
| Allein, im Browser | Im Speicher dieses Browsers auf diesem Gerät. Nichts geht ins Netz. Ein anderer Browser, ein anderes Gerät oder ein geleerter Browserspeicher heißt: der Stand ist weg. |
| Im geteilten Raum | Zusätzlich auf dem Server, auf dem auch diese Seite liegt. Der steht in Deutschland. |
| Als Datei | Dort, wohin Sie die Sicherung geschrieben haben. Das ist die einzige Form, die einen Rechnerwechsel übersteht. |
Der Motor sichert außerdem bei jedem Schließen des Reiters selbsttätig in den Browserspeicher. Ein versehentlich geschlossenes Fenster kostet nichts.
Sichern
Knopf Sichern in der Kopfzeile. Sie bekommen eine JSON-Datei mit Mandatsnamen im Dateinamen. Gesichert wird das Ereignisjournal, nicht der gefaltete Stand: die Datei enthält also die Geschichte, nicht nur das Ergebnis. Beim Laden entsteht der Stand daraus neu, mitsamt Chronik, Liegezeiten und Wegstrecken.
Was nicht mitgeht: die Raumverbindung. Eine Sicherung ist kein Zugang zu einem fremden Raum. Wer die Datei bekommt, sieht den Stand, tritt aber nicht dadurch Ihrem Raum bei.
Laden
Knopf Laden, dann die Datei auswählen. Der geladene Stand ersetzt den sichtbaren Raum. Steht gerade eine Raumverbindung, fragt der Motor nach, weil das Laden sie trennt.
Angenommen werden nur Sicherungen des Innovationsmotors. Eine fremde JSON-Datei wird abgewiesen, statt in einen halben Zustand geladen zu werden.
Sichern Sie am Ende jedes Workshops und vor jedem Neuer Raum. Die Datei ist klein, sie versioniert sich über den Dateinamen und sie ist das Einzige, was Sie auf ein anderes Gerät mitnehmen können, solange Sie ohne geteilten Raum arbeiten.
Die Werkzeuge sichern getrennt
Jedes Werkzeug hat seine eigene Sicherung, ebenfalls über Sichern und Laden in seiner Kopfzeile. Die Sicherung des Motors enthält keine Werkzeugdaten, sondern nur die Auszüge, die jemand ausdrücklich übernommen hat. Wer eine vollständige SWOT-Analyse mitnehmen will, sichert sie im SWOT-Werkzeug.
Lizenz: was frei ist, was nicht
Die Grundregel lautet: gesperrt wird nie die Einschätzung, sondern der Nachweis.
| Stand | Was das umfasst |
|---|---|
| Frei | Der ganze Prozess. Kreislauf, Werkzeug-Landkarte, Vision und Flughöhe, Lücken, Suchfelder, Vorhaben, Innovationstrichter, alle Gates und ihre Entscheidungen, das Prozesscontrolling, Sichern und Laden, alle 44 Werkzeuge. Wer nichts kauft, kann den Innovationsprozess vollständig fahren. |
| Lizenz | Zwei Dinge: der geteilte Mandatsraum und das Innovationscontrolling, also Ist gegen Business Case. Letzteres betrifft den Reiter Controlling und den Abschnitt „Ist gegen Plan" im Überblick. Durchfluss, Tempo und Herkunft daneben bleiben frei. |
Freischalten
Ein Klick auf das Schloss in der Kopfzeile öffnet den Lizenzdialog. Dort tragen Sie den Schlüssel ein, den Sie beim Kauf bekommen haben. Er wird in diesem Browser hinterlegt und lässt sich dort auch wieder entfernen. Auf einem zweiten Gerät tragen Sie ihn erneut ein.
Was beim Ablaufen passiert
- Eine abgelaufene Lizenz sperrt niemanden aus einem laufenden Raum aus. Das Team arbeitet weiter.
- Beitreten kostet keine eigene Lizenz und ist in der Zahl nicht begrenzt.
- Der geteilte Raum ist serverseitig abgesichert, nicht nur im Browser. Wer die Sperre in der Oberfläche umgeht, steht am Dienst trotzdem vor einer verschlossenen Tür.
Preise und Umfang: Lizenz und Preise.
Der Werkzeugkatalog
44 Seiten sind an Schritte des Prozesses gehängt: 38 in der Werkzeug-Landkarte des Motors, dazu 4 Dashboards und 2 Reifegradchecks. Jede ist auch einzeln nutzbar, ohne Mandat und ohne Lizenz. Die Spalte Im Prozess bei nennt die Schritte, an denen der Motor das Werkzeug vorschlägt.
Ein ● markiert die acht Werkzeuge, die beim Speichern selbst eine Kennzahl an den Motor melden. Sie erscheinen im Überblick unter „Was die Werkzeuge sagen".
Arbeitswerkzeuge
Haben Eingabefelder, speichern ihren Stand und lassen sich sichern und laden. Ergebnis ist eine Analyse, kein Einzelwert.
| Werkzeug | Wozu | Im Prozess bei |
|---|---|---|
| Annahmen-Audit | Die Annahmen offenlegen, auf denen eine Strategie ruht: nach Wirkung und Unsicherheit bewerten, das Testfeld erkennen und den Prüfstatus nachhalten. | Innovationslücke beschreiben · Entwicklung und Prototyp (gelb) · Grobkonzept und Machbarkeit (rot) |
| Ansoff-Matrix | Wachstumsvorhaben in vier Felder einordnen und Rohpotenzial gegen risikogewichtetes Potenzial stellen, die eigentliche Aussage der Matrix. | Innovationsstrategie und Suchfelder |
| ● Balanced Scorecard | Strategie in vier Perspektiven messbar machen: Finanzen, Kunde, Prozesse, Lernen, mit Kennzahl, Zielwert, Istwert und Zielerreichung je Perspektive. | Innovationscontrolling |
| BCG-Matrix | Portfolio-Matrix mit relativem Marktanteil und Umsatzblasen: Stars, Cash Cows, Question Marks und Dogs, und die Frage, ob der Nachwuchs reicht. | Life-Cycle-Status · Aufnahme ins Life-Cycle-Management |
| Blue Ocean | Wettbewerbsfaktoren im Strategy Canvas gegen die Branche stellen und über den Vier-Aktionen-Rahmen eliminieren, reduzieren, steigern, neu schaffen. | Innovationsstrategie und Suchfelder · Verkaufsvorbereitung (rot) |
| Business Model Canvas | Geschäftsmodelle auf einem Blatt beschreiben, in neun Bausteinen. Mehrere Canvases nebeneinander, Export als JSON, SVG und PNG. Eigenes Handbuch. | Vision, Flughöhe, Strategie · Ideengenerierung · Eigene Einheit prüfen (blau) |
| Five Forces | Fünf Wettbewerbskräfte je 1 bis 5 mit Begründung bewerten, daraus die Branchenattraktivität und die Kraft, die Ihre Strategie bestimmt. | Marktfrühaufklärung |
| Issue Tree (MECE) | Eine Frage sauber zerlegen, überschneidungsfrei und vollständig, je Ast eine Hypothese und die Person, die sie prüft. | Innovationslücke beschreiben · Grobkonzept und Machbarkeit (rot) |
| Leitbild-Werkstatt | Mission, Vision und Kernwerte erarbeiten, ohne dass ein austauschbarer Satz herauskommt: mit Floskel-Detektor, Austauschbarkeitstest und Nagelprobe an einer echten Entscheidung. | Vision, Flughöhe, Strategie |
| McKinsey 7-S | Die sieben Elemente beschreiben und paarweise auf Stimmigkeit prüfen. 21 Paare zeigen, wo die Organisation gegen sich selbst arbeitet. | Entwicklung und Test (rot) |
| Minto-Pyramide | Kernaussage zuerst, darunter die tragenden Argumente mit Belegen, mit Prüfung auf die Warum-Frage und die Gruppengröße. Das Werkzeug für die Gate-Vorlage. | Strategy-Approval-Meeting · G1 und G3 (gelb) · G3 und G5 (rot) |
| Morphologischer Kasten | Parameter und Ausprägungen aufspannen, den Kombinationsraum sehen, Lösungsvarianten als farbige Pfade legen und Unverträglichkeiten markieren. | Ideengenerierung |
| ● Nutzwertanalyse | Gewichtet bewerten, den Kipppunkt sehen und wissen, ob der Vorsprung des Siegers trägt. Mit Muss-Kriterien und Sensitivitätsprüfung. | Erstevaluierung im Ideen-Hub · Lücken verabschieden · Pfad zuweisen · G1 (gelb) · G1 (rot) |
| OKR | Ein Objective, drei bis fünf messbare Key Results, mit Fortschritt je Ergebnis und Hinweis auf hängende und unmessbare Ziele. | Innovationsstrategie und Suchfelder · Markteinführung und Realisierung |
| PESTEL-Umfeldanalyse | Faktoren aus sechs Umfeldern sammeln, nach Wirkung und Nähe einstufen und die drei erkennen, die jetzt zählen. Liefert die Außensicht für die SWOT. | Technologiefrühaufklärung |
| ● Projekt-Stopp-Matrix | Projektportfolio unter Kostendruck priorisieren: Werthebel je verbleibendem Euro berechnen, Streichvorschlag ableiten und eine verteidigungsfähige Entscheidungsvorlage drucken. | Erstevaluierung im Ideen-Hub · Pfad zuweisen · G1 (grün) · G4 (rot) |
| ● Risiko-Heatmap | Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe einordnen, mit Maßnahmenzuordnung und Bewertungshistorie. | Erstevaluierung im Ideen-Hub · G2 (grün) · G2 (gelb) · G2 (rot) |
| SCQA-Problemstatement | Das eigentliche Problem in vier Sätzen fassen: Situation, Complication, Question, Answer. Ergebnis ist ein fertiger Absatz zum Kopieren. | Innovationslücke beschreiben |
| Stakeholder-Map | Stakeholder nach Einfluss und Haltung einordnen, je Person eine abgeleitete Strategie und ein deutlicher Hinweis auf einflussreiche Gegner. | Strategy-Approval-Meeting · Verkaufsvorbereitung (gelb) · G3 (rot) |
| SWOT mit TOWS | Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken erfassen und daraus die vier Strategiefelder ausbauen, absichern, aufholen, vermeiden entwickeln. | Innovationsstrategie und Suchfelder |
| Szenario-Matrix | Zwei kritische Unsicherheiten kreuzen, vier Zukünfte durchdenken und die Maßnahmen finden, die in allen vieren richtig sind. | Marktfrühaufklärung · Vorstudie (rot) · Grundsatzentscheidung (blau) |
| Three Horizons | Kerngeschäft, Wachstum und Optionen sauber trennen. Das Werkzeug für die Portfolio- und Innovationsdiskussion. | Technologiefrühaufklärung · Eigene Einheit prüfen (blau) |
| Value Proposition Canvas | Wertangebot an den Kundenbedürfnissen ausrichten: Kundenprofil mit Jobs, Pains und Gains, dazu die Value Map. | Ideengenerierung · Verkaufsvorbereitung (gelb und rot) |
| VRIO-Analyse | Ressourcen und Fähigkeiten prüfen: wertvoll, selten, schwer imitierbar, organisatorisch genutzt, mit automatischer Einstufung vom Nachteil bis zum nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. | Innovationsstrategie und Suchfelder |
| Wardley Mapping | Strategische Wertschöpfungsketten zeichnen, Komponenten nach Evolutionsgrad einordnen, Bewegung und Trägheit markieren. Eigenes Handbuch. | Vision, Flughöhe, Strategie · Vorstudie (rot) · Eigene Einheit prüfen (blau) |
Rechner
Liefern eine Zahl aus Eingaben. Ihr Ergebnis gehört in den Business Case und damit in den Reiter Controlling.
| Rechner | Wozu | Im Prozess bei |
|---|---|---|
| Break-even-Rechnung | Gewinnschwelle, Zielgewinn-Analyse und Sicherheitsmarge. | Konzept und Aufwand (grün) · Detaillierung (gelb) · Innovationscontrolling |
| DCF und Marktwert | DCF- und EVA-Unternehmensbewertung über sieben Jahre: Free Cashflow, Kapitalkosten, Economic Value Added, Terminal Value und Sensitivität des WACC. | Business Case, umfassend (rot) |
| Investitionsrechnung | Dynamische Investitionsrechnung: Kapitalwert, interner Zinsfuß, Amortisationsdauer und Rentabilitätsindex. | Detaillierung (gelb) · Business Case, umfassend (rot) |
| Kapitalkosten (WACC) | Gewichteter Kapitalkostensatz aus Marktdaten und Kapitalstruktur, mit qualitativer Beta-Schätzung über neun Risikofaktoren und Szenarienvergleich. | Business Case, umfassend (rot) |
| ● KI-Kosten-Cockpit | Was KI wirklich kostet: Use-Cases priorisieren, Tools inventarisieren, Budget verfolgen, API-Kosten je Modell vergleichen, inklusive Erkennung von Schatten-KI. | Entwicklung und Prototyp (gelb) |
| Maschinenstundensatz | Fix- und variable Kosten einer Anlage, Kapazität im Ein- bis Dreischichtbetrieb, Kostendegression und Sensitivität des Nutzungsgrads. | Life-Cycle-Status · Entwicklung und Test (rot) |
| OEE-Rechner | Gesamtanlageneffektivität aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität, mit Wasserfall der Verluste, Benchmark und Trend über bis zu sieben Perioden. | Innovationscontrolling |
| Skonto und Zahlungsziel | Skontovorteil, Jahreszins-Äquivalent und Break-Even-Fremdkapitalzins, mit Zeitleiste und Lieferantenvergleich. | Konzept und Aufwand (grün) |
| ● Umsatz- und DB-Planung | Preis- und Mengeneffekte je Markt über Indizes simulieren, Plan-Umsatz und Deckungsbeitrag ableiten, Szenarien speichern und vergleichen. | Life-Cycle-Status · Detaillierung (gelb) · Business Case (rot) · Markteinführung |
Dashboards
Lagebilder aus mehreren Kennzahlen, für den Blick von oben. Sie speichern keinen Stand, den der Motor einsammeln könnte, und tauchen deshalb nicht unter „Ergebnisse einsammeln" auf.
| Dashboard | Wozu | Im Prozess bei |
|---|---|---|
| Produkt-Radar | Kunden- und Produktlagebild: wo das Portfolio Aufmerksamkeit braucht. | Technologiefrühaufklärung |
| Shopfloor-Radar | IIoT-Betriebslagebild aus der Fertigung. | Technologiefrühaufklärung |
| Strategie-Radar | Strategisches Frühwarnsystem für das Portfolio-Board. | Marktfrühaufklärung |
| Lieferketten-Radar | Tägliches Supply-Chain-Lagebild. | Marktfrühaufklärung |
Checks und Nachschlagewerk
Die drei Checks im Prozesscontrolling bewerten nicht die Vorhaben, sondern den Apparat darum herum. Die beiden Reifegradchecks darunter stehen vor dem Mandat, nicht darin: sie sind der gedachte Einstieg.
| Seite | Wozu | Im Prozess bei |
|---|---|---|
| Strategy-Execution-Check | Execution-Reife in sieben Leitfragen: Klarheit, Übersetzung, Governance, Performance-Management, Kultur, Ressourcensteuerung und PMO-Wirksamkeit. | Prozesscontrolling |
| SPM-Check | Reifegrad des Strategic Portfolio Management in 14 Aussagen entlang der sieben Best Practices, Stufe 1 bis 5. | Prozesscontrolling |
| PMO-Check | PMO-Reifegrad in 12 Aussagen, von Projektadministration bis strategische Intelligenz, mit Dimensionsprofil und Entwicklungspfad. | Prozesscontrolling |
| Management-Werkzeuge | Nachschlagewerk: 40 strategische Methoden mit Kernfokus, Vor- und Nachteilen und Einordnung in den Strategieprozess, 29 davon mit einem fertigen Werkzeug. | Prozesscontrolling |
| ● Innovations-Reifegradcheck | Innovations-Reifegrad in 14 Aussagen entlang der sieben Bausteine eines geschlossenen Innovationskreislaufs, Stufe 1 (Zufällig) bis 5 (Zyklisch). | vor dem Mandat |
| ● Innovationssystem-Einstufung | Einstufung in sechs Gestaltungsfeldern nach dem Innovation-System-Design-Modell von Peritsch und Lercher: vier Reifestufen von kundengetrieben bis zukunftsgestaltend. | vor dem Mandat |
Stolpersteine
| Was Sie beobachten | Woran es liegt |
|---|---|
| Unter „Ergebnisse einsammeln" steht nie etwas | Sie haben die Dateien einzeln vom Rechner geöffnet, die Adresse beginnt mit file://. Dort hat jede Datei ihren eigenen Speicher, und der Motor kann nicht in die Werkzeuge sehen. Auf dem Server funktioniert es. Der Umweg: im Werkzeug sichern, das Ergebnis von Hand in die Notiz des Schritts nehmen. |
| Ein Werkzeug ist gespeichert, erscheint aber trotzdem nicht | Nicht jedes Werkzeug hat einen Datenstand, den der Motor abholen kann. Reine Rechner wie Break-even, DCF, Investitionsrechnung und Maschinenstundensatz halten keinen benannten Stand, dort gibt es nichts zu ernten. Ihr Ergebnis gehört in den Business Case im Reiter Controlling. |
| Der Stand ist nach einem Gerätewechsel weg | Ohne geteilten Raum liegt alles im Speicher genau dieses Browsers. Ein anderer Browser, ein anderes Gerät, ein privates Fenster oder ein geleerter Browserspeicher heißt: der Stand ist fort. Die Sicherungsdatei ist die einzige Form, die den Wechsel übersteht. |
| Ich kann kein Vorhaben anlegen | Es gibt noch kein Suchfeld. Vorhaben hängen an Suchfeldern, Suchfelder an Lücken. Legen Sie im Reiter Rahmen erst eine Lücke, dann ein Suchfeld an. |
| Am Gate stehen keine Entscheidungsknöpfe | Ihre Rolle im Raum trägt diese Entscheidung nicht. Gates dürfen Moderation und Gate-Entscheidung, sonst niemand. Was eine Rolle nicht darf, zeigt der Motor gar nicht erst an. |
| Der Reiter Controlling zeigt nur einen Hinweis | Ist gegen Business Case gehört zur lizenzierten Fassung. Der Prozess selbst, die Gates und das Prozesscontrolling darunter bleiben frei. Siehe Kapitel 9. |
| Im Reiter Team fehlt der Knopf für einen neuen Raum | Entweder fehlt die Lizenz, oder Sie arbeiten mit der Einzeldatei-Fassung. Dort gibt es keinen Server und damit keinen geteilten Raum. Die Oberfläche sagt das offen, statt einen Knopf anzubieten, der ins Leere läuft. |
| Nach dem Laden einer Datei ist die Raumverbindung fort | Das ist so vorgesehen und wird vorher gefragt. Ein geladener Stand ersetzt den sichtbaren Raum, und eine Sicherung ist kein Zugang zu einem fremden Raum. Treten Sie dem Raum danach neu bei, wenn Sie weiter gemeinsam arbeiten wollen. |
| Der Import weist meine Datei ab | Motor und Werkzeuge haben getrennte Dateiformate. Eine SWOT-Sicherung lässt sich nicht in den Motor laden und umgekehrt. Jede Sicherung gehört zurück in die Seite, aus der sie stammt. |
| Vorhaben stehen unter „ohne Bewegung" | Sie hängen länger als 30 Tage am selben Schritt. Das ist kein Fehler, sondern der häufigste Befund echter Mandate: geparkte Vorhaben und Gates, an denen niemand entschieden hat. Genau dafür ist die Liste da. |
| Eine Zahl im Überblick fehlt | Es wird nichts zusätzlich erfasst. Fehlt eine Zahl, fehlt die Arbeit dahinter: kein Business Case erfasst, kein Ist-Wert nachgetragen, kein Stand gesetzt. Der Überblick nennt diese Fälle ausdrücklich, statt sie als Null zu zeigen. |
Nachschlagen
Weitere Handbücher
Zwei Werkzeuge haben ein eigenes, ausführliches Handbuch, weil ihre Methode selbst erklärungsbedürftig ist: Business Model Canvas und Wardley Map Builder.
Rechtliches
Modellgrundlage
BIG Picture, das Grazer Innovationsmodell nach DI Dr. Hans Lercher, FH CAMPUS 02 Graz. Die Phasen-, Pfad- und Rollentexte dieser Software stammen inhaltlich aus seinem Leitfaden. „BIG Picture" ist geschützt; der Innovationsmotor trägt einen eigenen Namen und nennt das Modell als Quelle.
Fragen und Rückmeldungen
Platvoet Performance Intelligence, info@platvoet.org. Für Rückfragen zu einem laufenden Mandat nennen Sie bitte den Mandatsnamen und den Versionsstand aus der Fußzeile.